Joachim Philipp von Gustedt
Herr auf Deersheim Bexheim und Dardesheim

  • Geboren am 24. Februar 1749 - Celle
  • Verstorben am 5. September 1814 - Deersheim , Alter: 65 Jahre alt
  • Kgl. preuß. Landesdirektor

 Eltern

 Eheschließungen, Kinder , die Enkelkinder und die Urenkel

 Geschwister

 Notizen

Hinweis zur Person

"Joachim Philipp ist der Stammvater sämtlicher Angehörigen unseres Geschlechts. Er ist der Zwillingsbruder des Friedrich Karl Ludwig. (Der einzige Fall von Zwillingsgeburten in unserer Familie).
Bis zum Februar 1766 blieb Joachim Philipp im väterlichen Hause in Celle, wo ein Hausinformator seine Studien leitete. Dann trat er als Cadett in das Hannoversche Infanterie-Regiment "Prinz Ernst von Mecklenburg-Strelitz" ein, welches damals in Celle stand. Jedoch schon 1767 mußte er seinen Abschied aus Hannoverschen Diensten nehmen, weil König Friedrich der II. verlangte, daß der Sohn einer "preußischen" Gutsbesitzerfamilie in "preußische" Dienste treten "müsse". Trotz langer Weigerungen, dem Verlangen des Königs nachzukommen und nachdem sogar schon Strafgelder hatten gezahlt werden müssen - Friedrich der Große hat sogar mit Einziehung der Güter Deersheim und Bexheim gedroht - durfte sich Joachim Philipp von Gustedt ein preußisches Regiment zum Eintritt wählen. Im April 1767 trat er als Junker ins preußische Kürassierregiment (genannt die "schweren Reuter")[sc. das Regiment von Seelhorst, die "schweren Ascherslebener Reuter" - Vorläufer der Halberstädter Cürassiere] ein, dessen Kommandeur der damalige Oberstleutnant Johann Friedrich von Gustedt (1714 - 1770) war. Nach der Revue bei Magdeburg, die in jedem Frühjahr durch den König selbst abgehalten wurde, und bei der Joachim Philipp dem König vorgestellt worden war, avancierte er zum Cornet (Juni 1767) und im Juni 1773 zum Leutnant.
Als der Oberstleutnant Johann Friedrich von Gustedt, der Besitzer Deersheims und Bexheims, am 16. Dezember 1770 gestorben war, ging der Besitz auf Rudolph von Gustedt, den Vater Joachim Philipps über. Der Vater hatte ihm (und nicht seinem Zwillingsbruder Friedrich Karl Ludwig) Deersheim und Bexheim testamentarisch vermacht. Rudolph wünschte nun, daß sein Sohn sofort den Abschied nähme, um für ihn die Verwaltung der Güter zu übernehmen, da er sich von Celle aus nicht viel darum kümmern konnte und sich nur zeitweise jedes Jahr in Deersheim aufhielt. Da aber Joachim Philipp noch in preußischen Diensten bleiben wollte, so verpachtete Rudolph die Güter am 6. Febr. 1771. Erst im Jahre 1782 kam Joachim Philipp um seinen Abschied ein, der ihm aber vom König glatt abgeschlagen wurde. Endlich, im August 1782, hatte Friedrich der Große die Gnade, ihm den Abschied mit dem Range eines Rittmeisters zu bewilligen.
Die Güter waren jedoch noch bis 1783 an den Amtmann Runde verpachtet, und so benutzte Joachim Philipp diese Zeit zu einer Reise nach Westfalen und Holland. Er wollte auch noch nach England und der Schweiz, aber der schlechte Gesundheitszustand seines Vaters rief ihn im Dezember 1782 zurück. Am 9. Juni starb der Oberappelationsrat Rudoph v.G. in Celle; er hatte Deersheim und Bexheim testamentarisch seinem Sohn Joachim Philipp vermacht. (Dieses Testament liegt noch im Deersheimer Gutsarchiv). Joachim Philipp trat den Besitz am 2. Juli 1783 an und widmete sich der Bewirtschaftung desselben mit großem Fleiß und kaufte ca. 45 Morgen dazu.
Als der damalige Landrat von Wedel zu Eilenstedt starb, wurde Joachim Philipp v. G. von den Ständen des Fürstentums Halberstadt 1784 zum Landrat gewählt und nach dem Tode des Landesdirektors von Staeder bekam er als der älteste Landrat den Titel "Landesdirektor" 1785.
In seiner Eigenschaft als Landesdirektor und als Landrat hat Joachim Philipp sehr viel zu tun gehabt, denn aus seinem zweiten Tagebuch, das er von 1796 bis kurz vor seinem Tode 1814 geführt hat, und aus denen seiner beiden Gemahlinnen, geht hervor, daß er viele auswärtige Dienstgeschäfte - besonders in Halberstadt - zu erledigen hatte und in seinem sehr großen Kreise sehr viele Amtsreisen hat machen müssen. (Die erwähnten Tagebücher liegen im Deersheimer Archiv). Am 16. Januar 1796 hat er sich in Berlin vor dem Generaldirektorium einem Examen unterziehen müssen, aufgrund dessen er Sitz und Stimme in der Kammer erhielt.
Joachim Philipp v. G. hat sich zum ersten mal mit Sophie Auguste Albertine von Rohr vermählt. Aus dieser Ehe sind ihm acht Kinder geboren, von denen fünf tot und zu früh auf die Welt kamen, und die anderen drei ganz jung starben. Als wenige Monate nach dem Tod seiner Frau auch der kleine Sohn des Landesdirektors am 6.Juni 1800 gestorben war, entschloß er sich zu einer neuen Ehe. Er vermählte sich zum zweiten mal mit Freiin Marianne Friederike Elisabeth Spiegel von und zu Peckelsheim. Aus dieser Ehe hatte Joachim Philipp acht Kinder."

 Überblick vom Stammbaum

Erdmann Wilhelm von Gustedt, Erbherr auf Deersheim Bexheim und Mölbis 1637-1680   Hedwig von Veltheim 1642-1719   Heinrich von Veltheim, Erbherr auf Alvensleben , Destedt, Klein Santersleben, Rottmersleben etc. 1644-1696   Felicitas von Honrodt 1644-1701   Hilmar von Münchhausen, Herr auf Rinteln und Bodenwerder †1689   Katharina Sophie von Bornstedt   Jobst Johann von Reden, Herr auf Hastenbeck und Benningsen II 1656-1734   Dorothea (Dorothee) Marie von Münchhausen 1664-1733
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Ernst von Gustedt, Erbherr auf Deersheim und Bexheim 1676-1749   Charlotte Catharina Sophie (Sophie Charlotte) von Veltheim 1683-1757   Georg Otto von Münchhausen, Herr auf Rinteln und Bodenwerder 1682-1724   Sybille Wilhelmine von Reden 1689-1741
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Rudolf von Gustedt, Herr auf Deersheim , Bexheim, Eilenstedt 1714-1783   Anna Rebekka von Münchhausen, Freiin von Münchhausen 1724-1775
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Joachim Philipp von Gustedt, Herr auf Deersheim Bexheim und Dardesheim 1749-1814


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