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Toi qui cherches, apprends la patience car seul se que l'on ades difficultés à trouver apporte de réellessatisfactions. Le travail des autres est parfois utile mais jamaissource de convictions car tout ce qui a été ne seraplus. Tirer le réel de l'apparent est ardu car la roue quitourne a parfois des jambes de bois. Antoine de Lavoisier disait :« Rien ne se perd, rien ne secrée, tout se transforme ». Puisque rienne se perd, cherchons. puisque rien ne se crée acceptons cequi fut. Puisque tout se transforme, faisons la lumière surce qui a été caché car aujourd'hui est laconséquence de ce qui fut hier.


 Bertha van Turijn, Bertha van Maurienne


  • Born 21 September 1051 - Turin, Piemonte, Italy
  • Deceased 27 December 1087 - Mainz, Rheinland-Pfalz, Germany,aged 36 years old
  • Buried - Dom zu Speyer
  • Keizerin 31-3-1084

 Parents

 Spouses and children

 Siblings

 Half-siblings

On the side of Adelheid [Arduiniden] Van Susa ca 1015-1091
(display)

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 Notes

Individual Note

DE.dirertha_von_turin_deutsche_koenigin_+_1087.html

Bertha von Turin Deutsche Königin
---------------------- Römische Kaiserin seit 31.3.1084
21.9.1051-27.12.1087
Mainz
Begraben: Dom zu Speyer
Tochter des Grafen Otto von Savoyen und der Adelheid von Turin (+ 19.12.1091), Tochter von Markgraf Manfred II. Odelrich
Klauser Heinrich: Seite 33

  • *************
    "Lexikon deutscher Herrscher und Fürstenhäuser"
    BERTHA VON TURIN
    -------------------------------
  • 21.9.1051, + 27.12.1087
    Mainz
    Gemahlin König HEINRICHS IV., mit diesem am 31.3.1084 in Rom zur Kaiserin gekrönt.

    Große Frauen der Weltgeschichte: Seite 64
    • *************************
      BERTHA VON SUSA
      -----------------------------
      um 1048-27.XII.1088
      Der Kaiserdom zu Speyer ist die erste gewölbte Großbasilika in Deutschland und die erste des Abendlandes mit Kreuzgewölben. Unter dem stark erhöhten Chorraum birgt die ehrwürdige Krypta, die Grabstätte der salischen Kaiser, auch die letzten Ruheestätten Kaiser HEINRICHS IV. und seiner Gemahlin Bertha von Susa. Der Sohn des 3. HEINRICH und der Agnes von Poitou war schon als Knabe mit Bertha, der Tochter Ottos von Savoyen und der Markgräfin Adelheid von Turin, verlobt worden. Bertha wurdrde am 25.12.1055 noch zu Lebzeiten Kaiser HEINRICHS III. mit dessen gleichnamigen Sohn verlobt. Bald nach der im Jahre 1066 vollzogenen Vermählung vernachlässigte der König die ungeliebte Gemahlin in unwürdigster Weise und machte sie zum Gespött seiner Buhlerinnen und seines Hofes. Mit Hilfe gedungener Gesellen suchte er Bertha zur Untreue zu verlocken, um einen triftigen Scheidungsgrund zu finden, aber die stille, unscheinbare Frau ging makellos aus allen Anfechtungen hervor. Als Papapst Gregor VII. den Bannstrahl gegen HEINRICH schleuderte und alle sich von ihm abwandten, blieb Bertha ihm treu. Sie begleitete den von Verrat Umlauerten von Versteck zu Versteck - sie begleitete ihn auch -, ihren 2-jährigen Sohn KONRAD auf dem Arm, im Dezember 1076 auf seiner tragischen Bußfahrt nach Canossa. Die Alpenpässe waren von den Häschern Rudolfs von Rheinfelden [Ergänzung: ihres Schwagers] gesperrt; so mußte HEINRICH seiner Schwiegermutter Adelheid eine reiche Pfründe am Genfer See abtreten, um die Genehmigung zur Überschreitung des Mont Cenis zu erkaufen. Im März 1084 empfingen HEINRICH IV. und Bertha aus der Hand des Papstes Clemens III. die Kaiserkrone, aber schon 4 Jahre später starb die große Dulderin; es blieb ihr erspart, zu erfahren, auf welch schnöde Weise ihre Nachfolgerin im Bunde mit ihren eigenen Söhnen den Kaiser verraten sollte. Durch ihre Tochter Agneswurde Bertha die Ahnfrau der HOHENSTAUFEN.


      Thiele Andreas: Tafel 397
      • **********
        "Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
        Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa
        BERTA
        -----------
  • 1051, + 1087
    oo 1066
    HEINRICH IV., 1053 deutscher König, 1084 Kaiser
    + 1106


    Lampert von Hersfeld: Seite 110,114,118,120,152,182,216
    • *****************
      "Annales/Annalen"
      Das Jahr 1066.
      Nach seiner Ankunft in Fritzlar befiel den König eine so schwere Krankheit, daß ihn die Ärzte aufgaben und die Fürsten schon daran gingen, über die Nachfolge zu beraten Kaum voll genesen, feierte er Pfingsten in Hersfeld, und kurz darauf feierte er in Tribur mit königlicher Pracht seine Hochzeit mit der Königin Bertha, der Tochter Markgraf Ottos von Italien. [9 Von Turin.]
      Das Jahr 1069.

      1069 feierte der König Weihnachten zu Goslar, Ostern zu Quidelenburg, Pfingsten zu Cöln. Nach Pfingsten hielt er einen Fürstentag zu Worms. Hier verhandelt er zuerst heimlich mit dem Erzbischof von Mainz und fleht inständig um dessen Hülfe, zu Vollbringung desjenigen, was er im Sinne hat; wenn er es erlange, so wolle er von nun an ihm unterthänig und auf das Wort gehorsam sein, und die Thüringer mit bewaffneter Hand, wenn er es auf keine andere Weise vermöchte, dazu nöthigen, daß sie dden Zehnten für immer ohne Widerrede entrichteten. Als der Bischof einwilligt und die Verabredung von beiden Seiten bekräftigt ist, trägt der König in öffentlicher Versammlung vor, er passe nicht zu seiner Gemahlin, er habe die Augen der Menscheen lange getäuscht, wolle sie aber nicht ferner täuschen; er mache ihr keinen Vorwurf, wodurch sie mit Recht die Scheidung verdiene, aber er habe, ungewiß durch welches Geschick, durch welches göttliche Verhängniß, keine Möglichkeit der ehelichen Gemeinschaft mit ihr; folglich bitte er um Gotteswillen, daß sie ihn von der Fessel entbinden möchten, die unter bösen Vorzeichen geschlossen sei, daß sie mit Gleichmuth die Trennung geschehen lassen möchten, auf daß jene ihm und er selbst ihr, wenn Gott es so füge, den Weg zu einer glücklicheren Ehe bahne; und damit niemand vorwende, daß ihre einmal verletzte Schamhaftigkeit einer zweiten Vermählung im Wege stehe, so versichere er eidlich, daß er sie so wie er sie empfangen, unbefleckt und mit unversehrter Jungfräulichkeit bewahrt habe. Dieses erschien allen Anwesenden als eine widrige und mit der königlichen Majestät ganz unverträgliche Sache. Doch glaubte ein jeder, es sei bedenklich, ein Geschäft, auf das der König seinen Sinn mit solcher Leidenschaft gesetzt hätte, von sich abzulehnen. Auch der Bischof, durch eine so kostbare Zusicherung erkauft, unterstützte, so viel er ohne Verletzung des Anstandes konnte, nicht ungern die Sache des Königs. Da nun alle entschieden, daß dieses geschehen sollte, so beraumte er zur Vollführung des Geschäfts eine Synode in Mainz an auf die nächste Woche nach dem heiligen Michaelisfeste. Während nun in dieser Aussicht die Sache noch in der Schwebe war, wurde die Königin nach Loresham gesandt, um die bestimmte Zeit daselbst abzuwarten. Der König ging anderwärts hin, wohin Reichsgeschäfte ihn riefen.
      Als schon der Tag nahte, welcher zur Trennung der Ehe des Königs anberaumt war, begab sich dieser auf das Schleunigste nach Mainz. Und siehe, auf dem Wege erfuhr er, daß ein Legat des apostolischen Stuhles in Mainz seiner Ankunft warte, welcher die Scheidung verhindern und den Erzbischof von Mainz mit dem apostolischen Strafurtheile bedrohen sollte, weil er versprochen habe, eine so frevelhafte Trennung ins Werk zu setzen. Bestürzt darüber wollte der König, weil er diese so lange gewwünschte Sache, da er sie schon fast in den Händen hatte, verloren, unverzüglich auf dem Wege, auf dem er gekommen war, nach Sachsen zurückkehren. Nur mit Mühe gelang es seinen Freunden, ihn davon abzubringen, damit er doch die Fürsten des Reichs nicht täuschen möchte, welche in großer Anzahl ihn in Mainz hatten treffen sollen, und so begab er sich nach Franconofurt und befahl denjenigen, welche zu Mainz zusammengekommen waren, am bestimmten Tage hier zu erscheinen. Als sie sich zahlreich eingefunden hatten, setzte Petrus Damianus - dies war der Legat des apostolischen Stuhls, ein Mann, der sowohl durch sein hohes Alter als durch die Reinheit seines Wandels überaus ehrwürdig war - die Aufträge des römischen Papstes auseinander: Es sei eine sehr schlimme und mit dem christlichen, geschweige denn mit dem königlichen Namen ganz unverträgliche Sache, die er vorhabe; wenn er durch die menschlichen Gesetze oder durch die kanonischen Verordnungen sich nicht abschrecken lasse, so möge er doch wenigstens seines eigenen Rufes und Leumundes schonen, damit nicht das Gift eines so häßlichen Beispiels, vom Könige den Anfang nehmend, das ganze Christenvolk beflecke, und er, welcher der Rächer von Vergehungen hätte sein ssollen, selbst Urheber und Führer zum Bösen würde; endlich, wenn er wohlmeinendem Rath nicht nachgeben wolle, so werde er, der Papst, notgedrungen die kirchliche Gewalt anwenden und das Verbrechen durch das kanonische Gesetz verhindern. Ueberdies solle von seinen Händen niemals ein Kaiser geweiht werden, der durch ein so pestartiges Beispiel, so viel an ihm sei, den christlichen Glauben verrathen hätte. Da nun erhoben sich alle anwesenden Fürsten gegen ihn und erklärten, daß der römische Papst recht urtheile; sie baten ihn bei Gott, seinem Ruhme keinen Schimpf anzuthun und die Majestät des königlichen Namens nicht durch Verunreinigung mit so schändlicher That zu beflecken; außerdem aber möge er doch auch den Verwandten der Köönigin nicht Ursache zum Abfall und gerechten Anlaß zu Erregung von Unruhen im Staate geben; denn diese würden, wenn sie Männer wären, da sie durch Waffen und Reichthümer sehr viel vermöchten, die so große Schmach ihrer Tochter ohne Zweifel durch irgend eine außerordentliche That zu sühnen streben. Durch diese Rede wurde der König mehr gebrochen als gebeugt und sprach: "Steht das bei euch fest und unabänderlich, so werde ich selbst mir Zwang anthun und, so gut ich kann, die Bürde tragen, deren ich mich nicht zu entledigen vermag."
      So wurde sein Haß durch das Streben, die Eintracht herzustellen, nur noch mehr erbittert; er gab zwar zu, daß die Königin zur Gemeinschaft des Thrones zurückgerufen würde, begab sich aber selber, um das Zusammentreffen mit ihr und ihren Anblicick zu meiden, mit kaum vierzig Rittern eiligst wieder nach Sachsen zurück. Die Königin folgte langsam mit der übrigen Menge und den Reichskleinodien; und da sie zu ihm nach Goslar gekommen war, konnten ihn seine Vertrauten kaum dazu bewegen, ihr entgegenzugehen; doch empfing er sie im Vergleich mit seinem gewöhnlichen Benehmen überaus gütig, aber sofort erkaltete die Liebewieder und er kehrte zu seiner Gemüthsart und ehemaligen Rauhheit zurück; und weil der schon oft versuchte Plan, die Ehe aufzulösen, keinen Fortgang gehabt hatte, so beschloß er, in der Folge nur den königlichen Namen mit ihr zu theilen und sie so zu besitzen, als wenn er sie nicht besäße.
      Das Jahr 1071.
      In diesen Tagen gebar die Königin, welche mit dem Könige sich zu Mainz aufhielt, einen Sohn, der aber gleich nach der Taufe starb, auf die Harzburg gebracht und hier beigesetzt wurde. Das Bisthum von Constanz gab der König dem Canonicus Otto von Goslar, und erschreckt durch das jüngste Beispiel erhobenen Einspruchs, gebot er ihn unverzüglich zu weihen, damit nicht wiederum auch gegen ihn durch Verzögerung der Weihe irgend ein Anstand erhoben werden möchte.
      Das Jahr 1073.
      Gegen den Anfang des August also, da die Verschwörung schon Reife und hinlängliche Stärke erlangt hatte, schicken sie Gesandte zu dem König, der damals seinen Sitz zu Goslar hatte, und verlangen, daß ihnen der Feldzug, den er gegen die Polen veranstaltet, erlassen wurde; sie ständen gegen die gefährlichsten Feinde, die Luticier, Tag und Nacht gerüstet und in Schlachtordnung, und wenn sie die Hände nur ein wenig ruhen ließen, so erblickten sie sogleich die Feinde, welche ihre Grenzen anfielen und alles mit Mord und Brand verwüsteten; um sich ihrer Macht zu erwehren, hätten sie kaum Truppen genug; daher würde es thöricht sein, auswärtige und entfernt wohnende Völkerschaften zu befehden, da sie durch einheimische und fast innerliche Kriege ohne Unterlaß beunruhigt würden. Ueberdies fordern sie, daß er die Burgen, die er zur Vernichtung Sachsens auf allen Bergen und Höhen erbaut habe, niederreißen lasse; daß er den sächsischen Fürsten, denen er ohne gesetzliche Untersuchung ihre Güter genommen, nach dem Rechtspruche ihrer Fürsten Genugthuung leiste; daß er Sachsen, wo er schon von seinem Knabenalter an gesessen, und in träger Ruhe fast ganz hingewelkt wäre, bisweilen verlasse, und auch andere Theile seines Reichs besuche; daß er die Menschen von niedrigster Herkunft, durch deren Rath er sich und das gemeine Wesen zu Grunde gerichtet, vom Hofe verjage und die Besorgung und Verwaltung der Reichsgeschäfte den Fürsten des Reiches überlasse, denen sie zukämen; daß er die Schaar von Kebsweibern, denen er gegen die kanonischen Satzungen mit frecher Stirn und ohne alle Scham sich hingab, verabschiede, und die Königin, welche er den Ueberlieferungen der Kirche gemäß sich zur Genossin des Ehebettes und Gefährtin des Thrones erwählt habe, wie seine Gemahlin halte und liebe; daß er den übrigen entehrenden und lasterhaften Handlungen, womit er als Jüngling die königliche Würde in übelen Ruf gebracht hatte, wenigstens jetzt bei reiferem Verstande und Alter entsagen möchte. Zuletzt bitten sie ihn bei Gott, ihren gerechten Forderungen freiwillig Gehör zu geben und ihnen nicht die Nothwendigkeit einer großen und ungewöhnlichen That aufzulegen. Thäte er dies, so würden sie mit dem bereitwilligsten Herzen ihm wie bisher dienen, jedoch auf solche Art, wie freie und in einem freien Reiche geborene Leute dem Könige dienen müßten; wo aber nicht, so wären sie Christen und wollten nicht durch die Gemeinschaft eines Mannes, der den chriristlichen Glauben durch die größten Schandthaten verrathen hätte, sich beflecken. Habe er sich vorgenommen, sie mit den Waffen zu zwingen, so fehle es auch ihnen nicht an Waffen und an Kriegserfahrung. Sie hätten ihm eidlich Treue zugesagt; docch nur, wenn er zur Auferbauung, nicht zur Zerstörung der Kirche Gottes König sein wolle, wenn er gerecht, wenn er gesetzmäßig, wenn er nach Sitte der Vorfahren den Staat regiere, wenn er einem jeden seinen Stand, seine Würde, seine Rechte sicher und ungekränkt bestehen lasse. Habe er aber selbst zuerst diese Bedingung schmachvoll übertreten, so wären auch sie durch die Heiligkeit dieses Eides nicht länger gebunden, sondern sie würden von nun an gegen ihn als einen barbarischen Feind uund Unterdrücker des christlichen Namens einen gerechten Krieg führen, und so lange noch der letzte Funke von Lebenswärme ihnen übrig bliebe, für die Kirche Gottes, für den christlichen Glauben, und auch für ihre Freiheit kämpfen. Einen mächtigen Eindruck machte diese Botschaft auf den König. Aber da seine Räthe sagten, beim ersten Schrecken des Kriegs würden diese großen Aufwallungen des Zornes erlöschen, faßte er wieder einigen Muth, antwortete den Gesandten leichthin und verächtlichh, und entließ sie ohne eine bestimmte Antwort. Als sie dies den Ihrigen meldeten, so entbrannte in den Gemüthern aller heftiger Zorn, und sie ermahnten einander in wechselseitiger Rede, ihre Geringschätzung mit der That zu rächen. Jenes im Bösen verhärtete Gemüth, sagen sie, wird nicht zu erweichen sein, wenn nicht schärfere Gewalt angewendet wird, und wenn nicht der Stahl bis ans Leben und näher an das Mark dringt, so wird es kein Gefühl des Schmerzes zulassen.

      Das Jahr 1074.
      Nachdem sie auf diesen Beschluß sich von einander getrennt hatten, wurden am dritten Tage hernach diejenigen, welche in Asenberg waren, vom Hunger bezwungen und ergaben sich den Thüringern, welche sie ungestraft entließen, das Schloß aber in Brand steckten, und sogleich mit dem Heere vor ein anderes Schloß rückten, welches Spatenberc hieß. Das Schloß Vokenrot hatten sie wenige Tage vorher zu belagern angefangen. Und weil die Königin während der ganzen Zeit dieses Krieges hierher in Sicherheit gebracht worden war, so begab sich auf Befehl des Königs der Abt von Herveld dahin, nahm sie mit Bewilligung der Thüringer von dort in Empfang und führte sie, die schwanger war, und schon wegen der Nähe ihrer Entbindung von Tag zu Tag sich ängstigte, nach Herveld. Und da sie dort viele Tage verweilte - denn der König wußte wegen der im Reiche herrschenden Verwirrung nicht, an welchen andern sichern Aufenthalt er sie schicken sollte - so gebar sie dort am 12. Februar, an einem
      Mittwoch, einen Sohn. Dieser wurde, weil man glaubte, daß er schwächlich sei und bald den Geist aufgeben werde, am dritten Tage von dem Bischof Ezzo von Altenburg, der damals eben bei dem Abte zu Gaste war, getauft und nach dem Namen seines Urahns Counrad benannt. Und weil sonst niemand zugegen war, der dieses Geschäft auf würdige Weise hätte verrichten können, so hoben der Abt und noch mehrere andere Brüder des herveldischen Klosters ihn aus der heiligen Taufe.

      Black-Veldtrup Mechthild: Seite 170
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        "Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien"
        Ob der Besitz des Markgrafen Ekkehard II. als Dotalgut für die SALIER-Königinnen vorgesehen war, läßt sich nicht mit Sicherheit sagen. Dafür spricht jedoch, daß HEINRICH IV. seiner Gemahlin Bertha 1074 die Schenkung der aus dieser Gütermasse stammenden, westlich von Naumburg gelegenen Burg und villa Eckartsberga erneuerte, die er ihr im Jahre 1066 erstmals verbrieft hatte. Vermutlich entschädigte die Kaiserin Agnes das Bistum Naumburg für die durch die Schenkung erlittenen Verluste.
        Königin Bertha wurde am 29. Juni 1066 in Würzburg gekrönt.
        Wies Ernst W.: Seite 35,67-73,110,159,188,204
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          "Kaiser Heinrich IV."
          Die Sorge des Kaisers ging noch weiter. Weihnachten 1055 wurde der kleine HEINRICH in Zürich mit Berta von Turin-Savoyen verlobt, eine Sicherung salischer Macht in Italien.
          So schreibt Bruno:
          "Zwei oder drei Kebsweiber hatte er zur gleichen Zeit, aber auch damit war er noch nicht zufrieden. Wenn er hörte, jemand habe eine junge und hübsche Tochter oder Gemahlin, befahl er, sie ihm mit Gewalt zuzuführen ... Seine schöne und edle Gemahlin Berta, Tochter des Grafen von Savoyen und der Gräfin Adelheid von Turin, die auf Rat der Fürsten wider Willen zur Ehe genommen hatte, war ihm derart verhaßt, daß er sie nach der Hochzeit aus freien Stücken niemals mehr sah, da er auch die HoHochzeit selbst nicht mit freiem Willen gefeiert hatte. (Persönlicher Einwurf: Das kann alles so nicht stimmen, denn seit dem Jahre 1070 entsprossen dieser Ehe mehrere Kinder.) Endlich gebot er einem seiner Gesellen, sich um die Gunst der Königin zu bewerben zu bewerben, und versprach ihm eine große Belohnung, wenn er das erreiche ... Aber auch die Königin besaß trotz ihres weiblichen Körpers ein männliches Herz, sie erkannte sofort, welcher Quelle dieser Anschlag entsprang. Zunächst wies sie ihn scheinbar unwillig ab; als er aber, wie es ihm geboten war, hartnäckig blieb, versprach sie zum Schein, seine Bitte zu gewähren. Jener meldete es freudig dem König und gab ihm die Stunde an, die zur Ausführung bestimmt war. Hocherfreut ging der König zusammen mit dem Ehebrecher zum Schlafgemach der Königin, um Zeuge des Ehebruchs zu sein und sie dann rechtmäßig von sich zu stoßen oder auch - was ihm noch lieber gewesen wäre - zu töten. Allein als der Ehebrecher an die Tür der Königin klopfte und diese rasch öffnete, fürchtete der König, ausgeschlossen zu werden, wenn jener zuerst eingelassen würde, und drängte sich durch die Tür. Die Königin erkannte ihn und schloß schnell die Tür, so daß der Ehebrecher draußen blieb, rief ihre Frauen zusammen und zerschlug ihn mit den Waffen, die sie zu diesem Zwecke bereitgelegt hatte, nämlich mit Schemeln und Stöcken, dermaßen, daß er halbtot liegen blieb. 'Du Hurensohn', rief sie, 'woher kam dir die Frechheit, dir auf Umarmung der Königin Hoffnung zu machen, die den Mächtigsten zum Mann hat?'
          Er schrie, er sei doch HEINRICH, er sei doch ihr Mann und habe sie zu recht besuchen wollen. Sie aber entgegnete, der sei nicht ihr Mann, wer heimlich ehebrecherisch Umgang gesucht habe; wenn er ihr Mann sei, weshalb sei er dann nicht offen zu ihrem Lager gekommen? Deshalb warf sie ihn, fast bis auf den Tod zerschlagen, aus ihrem gemach, verschloß die Tür und ging zu Bett. Er aber wagte niemandem zu verraten, was ihm widerfahren war; vielmehr schützte er eine andere Krankheit vor und hütete fast einen Monat das Bett."
          All dieser Schmutz schwindet, wenn man den Bericht über HEINRICHS IV. Scheidungsverlangen liest. Der Sachse Bruno schreibt über das Jahr 1069:
          "Der König erklärte öffentlich (vor den Fürsten), er stehe sich mit seiner Gemahlin nicht gut; lange habe er die Menschen getäuscht, aber nun wolle er sie nicht länger täuschen. Er könne ihr nicht vorwerfen, was eine Scheidung rechtfertige, aber er sei nicht imstande, die eheliche Gemeinschaft mit ihr zu vollziehen. Er bitte sie daher um Gottes willen, ihn von der Fessel dieser unter schlimmen Vorzeichen geschlossenen Ehe zu lösen und die Trennung freudwillig zu dulden, damit er ihr und sie ihm, den Weg zu einer glücklicheren Ehe eröffne. Und damit niemand den Einwand erheben könne, ihre einmal verletzte Keuschheit sei ein Hindernis für eine zweite Eheschließung, so schwöre er, daß sie so sei, wie er sie empfangen habe, unbefleckt und in unversehrter Jungfräulichkeit bewahrt habe."
          Das ist ein Donnerschlag und für die mittelalterliche Form der Ehetrennung etwas absolut Neues. Die Versammlung ist erschrocken, unfähig, das gehörte zu verarbeiten. Ja, hätte HEINRICH IV. einen Ehebruch seiner Frau mit noch schlechten Beweisesen konstruiert, sie verdammt und verstoßen, so wären ihm die Bischöfe sicher gefolgt. Oder hätte er, eine weitere beliebte Methode der Ehescheidung, eine Trennung wegen zu naher Verwandtschaft angestrengt - auch das wäre ein Weg gewesen, den man verstanden hätte. Der vom deutschen Episkopat angerufene Papst sandte einen Legaten, der auf der Synode von Frankfurt die Scheidung ablehnte.
          Es ist beglückend, daß die beiden Menschen dennoch zusammenwachsen und Berta ihrem Mann die Söhne schenkte, die ihn zwar später verraten werden, dennoch aber dem salischen Haus die Thronfolge zu sichern. Berta wächst im Laufe ihres Lebens zu einer herzbezwingenden Frauengestalt heran. Sie steht mit HEINRICH IV. auf den Eisfeldern von Canossa und wird an seiner Seite zur Kaiserin gekrönt werden.
          Nahdem die Thüringer die Hasenburg zu Fall gebracht hatten, hatte die Belagerung der Burg Vockenrode, nahe Hersfeld, begonnen. Der König hatte dort seine schwangere Frau, Königin Berta, in Obhut gegeben. Jetzt, da die Belagerung und Fall der Burg bevorstanden, gestatteten die Thüringer der Königin freien Abzug ins Kloster Hersfeld, in dem sie von Abt Hartwig freundlich aufgenommen wurde. Dort gebar die Königin am 12. Februar 1074 ihren Sohn, den späteren König KONRAD (III.). Bischof Ezzo von Oldenburg, der gerade als Gast im Kloster weilte, taufte den Knaben auf den Namen von dessen Urgroßvater, Kaiser KONRAD II.
          Nach Meyer von Knonau sieht die Substanz der Triburer Beschlüsse so aus: Aufgabe der königstreuen Stadt Worms und Rückkehr ihres königsfeindlichen Bischofs Adalbero. Das bedeutete, dass Königin Berta ihren Zufluchtsort Worms verlor und an die Seite HEINRICHS IV. zurückkehrte.
          Berta begleitete ihren Gemahl nach Canossa, der vom 25. bis zum 28. Januar 1077 in der klirrenden Eiseskälte vor den Mauern der Felsenburg im Büßerhemd und mit bloßen Füßen die Größe seiner Reue bekundete.
          Gemeinsam mit ihrem Gemahl HEINRICH IV. erlebte Berta am 31. März 1084 in Rom die Kaiserkrönung.
          Am 30. Mai wurde HEINRICHS Sohn KONRAD zum Mit-König erhoben und damit war die salische Erbfolge gesichert und anerkannt. Zugleich widerfuhr dem Kaiser in diesem Jahr auch großes persönliches Leid. Am 23. Dezember 1087 starb seine Frau, Kaiserin Berta. Trotz der Schwere der ersten Ehejahre mit HEINRICHS Scheidungsverlangen hatte sie treu an seiner Seite gestanden. Sie hatte mit ihm alle Höhen und Tiefen seines Lebens, die Eisfelder von Canossa ebenso wie die Kaiserkrönung in Rom, erlebt. Eine Frau und Fürstin mit beispielhafter Loyalität gegenüber der Ehe und dem dynastischen Auftrag.
          Körntgen, Ludger: Seite 84,87,100,104
          • **********
            "Ottonen und Salier"
            Die verwandtschaftliche Verbindung mit einem wichtigen Herrschaftsträger im Süden hatte noch der verstorbene Kaiser gesichert, als er den jungen König HEINRICH mit Bertha, der Tochter des Markgrafen Otto von Turin und Savoyen, verlobt hatte. Deren Schwester Adelheid heiratete der Schwaben-Herzog Rudolf, nachdem seine salische Gemahlin Mathilde schon im Jahr 1060 gestorben war.
            Als HEINRICH IV. im Jahr 1069 mit einem eigenen Anliegen hervortart, ging es um den persönlichen Bereich: auf einem Wormser Hoftag bat der König die Fürsten, einer Auflösung seiner im Jahr 1066 geschlossenen Ehe mit Bertha von Turin und Savoyen zuzustimmen. Sie deutschen Bischöfe wandten sich an den Papst, und dessen Legaten Petrus Damiani gelang es auf einer Synode in Frankfurt, den König zum Verzicht auf sein Vorhaben zu bewegen, das nicht nur nach den Vorstellungen der Reformer einen schweren Verstoß gegen Recht und Moral der Kirche dargestellt hätte und mit dem Bild vom christlichen König nicht zu vereinbaren gewesen wäre. Im ottonisch-salischen Bereich hatte noch kein Herrscher einen solchen Schritt gewagt.
            Auch 13 Kardinäle beteiligten sich an der Wahl Wiberts, der am Palmsonntag als Clemens III. (1080-1100) zum Papst erhoben wurde und am Ostersonntag die Kaiserkrönung vollzog; gemeinsam mit HEINRICH IV. wurde seine Gemahlin Berta gekrönt.
            Der Konflikt mit den Fürsten prägte die Herrschaft HEINRICHS IV. und beendete sie schließlich. Man kann darin die Steigerung der schon unter HEINRICH III. härter gewordenen Konflikte sehen; auffällig ist aber, dass die schriftlichen Zeugnisse aus den Reihen der Gegner immer wieder die Person HEINRICHS IV. in den Mittelpunkt ihrer Anklage stellen. Der König wird als charakterlich verdorben, unzuverlässig, gewalttätig und ausschweifend beschrieben; eine besondere Rolle spielt dabei der Vorwurf ungezügelter und widernatürlicher Sexualität. Nicht nur die Sachsen wussten von sexuellen Übergriffen zu berichten, denen ihre Frauen und Töchter durch die Leute des Königs ausgesetzt waren; auch dem König selber wurden Ehebruch und sexuelle Ausschweifungen jeglicher Art von Jugend an zur Last gelegt. Solche Vorwürfe wurden nicht nur schriftlich niedergelegt, sondern kursierten offensichtlich in weiten Kreisen. In den sexuellen Bereich zielten auch die Anklagen, die HEINRICHS zweite Gemahlin Praxedis erhob, als sie den Kaiser im Jahr 1094 verließ und in die Obhut der Mathilde von Canossa flüchtete. HEINRICH, dessen Ehe mit Bertha von Turin nach dem vergeblichen Scheidungswunsch offensichtlich bis zum Tod der Kaiserin i im Jahr 1087 harmonisch verlaufen war, hatte die Tochter des Großfürsten von Kiew nach dem Tod ihres ersten Gemahls, des Grafen Heinrich von Stade (+ 1087), im Jahre 1089 geheiratet. Warum es schon bald zum Zerwürfnis zwischen den Eheleuten kam, bleibt unklar. Nach ihrer Flucht vom Kaiserhof wurde Praxedis offensichtlich für die anti-heinrizianische Propaganda instrumentalisiert; die von ihr vorgetragene Anschuldigungen fügten sich in den Zusammenhang der schon lange umlaufenden Gerüchte und Anschuldigungen, ohne dass wir die Glaubwürdigkeit des Zeugnisses der Kaiserin und anderer Gewährsleute für das Privatleben des Kaisers beurteilen könnten.




            13.7.1066
            oo 1. HEINRICH IV. König des Deutschen Reiches
            Tribur 11.11.1050-7.8.1106


            Kinder:
            1. Ehe
            Adelheid
            1070-4.6. vor 1079
            Heinrich
            1071-2.8.1071
            Agnes von Waiblingen
            1072/73-24.9.1143
            1086/87
            1. oo Friedrich I. Herzog von Schwaben
            um 1050-6.4.1105
            1106
            2. oo Leopold III. Markgraf von Österreich
            1073-15.11.1136
            KONRAD (III.)
            12.2.1074-27.7.1101
            HEINRICH V.
            8.1.1086-23.5.1125


            Literatur:
            ------------
            Black Mechthild: Die Töchter Heinrichs III. und der Kaiserin Agnes, in: Vinculum Societatis. Festschrift für Joachim Wollasch, 1991 Seite 36-57 - Black-Veldtrup, Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien, Böhlau Verlag Köln 1995, Seite 55-383 - Boshof, Egon: Die Salier. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1987, Seite 163,171,196,206,231,248,252,258 -
            Brunos Buch vom Sächsischen Kriege. Übersetzt von Wilhelm Wattenbach, Phaidon Verlag Essen 1986, Seite 6,61 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 47,104,107-114,192,216/Band II Seite 193,201,2204,221,381,452/Band III Seite 323 - Goez Elke: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995, Seite 25,134,142,144,216 - Golinello, Paolo: Mathilde und der Gang nach Canossa, Artemis und Winkler Düsseldorf 1998, Seite 121,162,174,262 - Hlawitschka Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich klärende Forschungen um âÇ?Kuno von ÖhningenâÇoe, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1987, Seite 56,116,169 - Jäschke, Kurt-Ulrich: Notwendige Gefährtinnen: Königinnen der Salierzeit als Herrscherinnen und Ehefrauen im römisch-deutschen Reich des 11. und beginnenden 12. Jahrhunderts, Verlag Rita Dadder Saarbrücken 1991, Seite 138-148 - Körntgen, Ludger: Ottonen und Salier. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2002 Seite 84, 87,100,104 - Lampert von Hersfeld: Annales/Annalen Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 2000 Seite 110,114,118,120,152,182,198,216,392,398 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1. âÇô7. Band, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 116,146,169,190 - Schulze Hans K.: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag, Seite 330,399,410,432,441,447 - Schwarzmaier Hansmartin: Voon Speyer nach Rom. Wegstationen und Lebensspuren der Salier. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992, Seite 8,14,17,78,81-84,115,117,119,121 - Weinfurter Stefan: Herrschaft und Reich der Salier. Grundlinien einer Umbruchszeit. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992, Seite 115,132 - Wahl Rudolph: Heinrich IV. Der Gang nach Canossa. Bechtermünz Verlag Augsburg 2000 Seite 95-98, 225 - Wies, Ernst W.: Kaiser Heinrich IV. Canossa und der Kampf um die Weltherrschaft, Bechtle Esslingen 1996, Seite 27,35,67,70,72,110,159,166,188,204,260 -
            Horrocks, Lloyd A., Rootsweb GEDCOM. (Horrocks.2@osu.edu)
            Horrocks, Lloyd A., Rootsweb GEDCOM. (Horrocks.2@osu.edu)
            "Thomas A. Stobie, rootsweb, 2009.," supplied by Stobie, july 2014.
            Mittelalter DE.dirbertha_von_turin_deutsche_koenigin_+_1087.html

            Bertha von Turin Deutsche Königin
            ---------------------- Römische Kaiserin seit 31.3.1084
            21.9.1051-27.12.1087
            Mainz
            Begraben: Dom zu Speyer
            Tochter des Grafen Otto von Savoyen und der Adelheid von Turin (+ 19.12.1091), Tochter von Markgraf Manfred II. Odelrich
            Klauser Heinrich: Seite 33
            • ********
              "Lexikon deutscher Herrscher und Fürstenhäuser"
              BERTHA VON TURIN
              -------------------------------
  • 21.9.1051, + 27.12.1087
    Mainz
    Gemahlin König HEINRICHS IV., mit diesem am 31.3.1084 in Rom zur Kaiserin gekrönt.

    Große Frauen der Weltgeschichte: Seite 64
    • *************************
      BERTHA VON SUSA
      -----------------------------
      um 1048-27.XII.1088
      Der Kaiserdom zu Speyer ist die erste gewölbte Großbasilika in Deutschland und die erste des Abendlandes mit Kreuzgewölben. Unter dem stark erhöhten Chorraum birgt die ehrwürdige Krypta, die Grabstätte der salischen Kaiser, auch die letzten Ruheestätten Kaiser HEINRICHS IV. und seiner Gemahlin Bertha von Susa. Der Sohn des 3. HEINRICH und der Agnes von Poitou war schon als Knabe mit Bertha, der Tochter Ottos von Savoyen und der Markgräfin Adelheid von Turin, verlobt worden. Bertha wurdrde am 25.12.1055 noch zu Lebzeiten Kaiser HEINRICHS III. mit dessen gleichnamigen Sohn verlobt. Bald nach der im Jahre 1066 vollzogenen Vermählung vernachlässigte der König die ungeliebte Gemahlin in unwürdigster Weise und machte sie zum Gespött seiner Buhlerinnen und seines Hofes. Mit Hilfe gedungener Gesellen suchte er Bertha zur Untreue zu verlocken, um einen triftigen Scheidungsgrund zu finden, aber die stille, unscheinbare Frau ging makellos aus allen Anfechtungen hervor. Als Papapst Gregor VII. den Bannstrahl gegen HEINRICH schleuderte und alle sich von ihm abwandten, blieb Bertha ihm treu. Sie begleitete den von Verrat Umlauerten von Versteck zu Versteck - sie begleitete ihn auch -, ihren 2-jährigen Sohn KONRAD auf dem Arm, im Dezember 1076 auf seiner tragischen Bußfahrt nach Canossa. Die Alpenpässe waren von den Häschern Rudolfs von Rheinfelden [Ergänzung: ihres Schwagers] gesperrt; so mußte HEINRICH seiner Schwiegermutter Adelheid eine reiche Pfründe am Genfer See abtreten, um die Genehmigung zur Überschreitung des Mont Cenis zu erkaufen. Im März 1084 empfingen HEINRICH IV. und Bertha aus der Hand des Papstes Clemens III. die Kaiserkrone, aber schon 4 Jahre später starb die große Dulderin; es blieb ihr erspart, zu erfahren, auf welch schnöde Weise ihre Nachfolgerin im Bunde mit ihren eigenen Söhnen den Kaiser verraten sollte. Durch ihre Tochter Agneswurde Bertha die Ahnfrau der HOHENSTAUFEN.


      Thiele Andreas: Tafel 397
      • **********
        "Erzählende genealogische Stammtafeln zur europäischen Geschichte"
        Band II, Teilband 2 Europäische Kaiser-, Königs- und Fürstenhäuser II Nord-, Ost- und Südeuropa
        BERTA
        -----------
  • 1051, + 1087
    oo 1066
    HEINRICH IV., 1053 deutscher König, 1084 Kaiser
    + 1106


    Lampert von Hersfeld: Seite 110,114,118,120,152,182,216
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      "Annales/Annalen"
      Das Jahr 1066.
      Nach seiner Ankunft in Fritzlar befiel den König eine so schwere Krankheit, daß ihn die Ärzte aufgaben und die Fürsten schon daran gingen, über die Nachfolge zu beraten Kaum voll genesen, feierte er Pfingsten in Hersfeld, und kurz darauf feierte er in Tribur mit königlicher Pracht seine Hochzeit mit der Königin Bertha, der Tochter Markgraf Ottos von Italien. [9 Von Turin.]
      Das Jahr 1069.

      1069 feierte der König Weihnachten zu Goslar, Ostern zu Quidelenburg, Pfingsten zu Cöln. Nach Pfingsten hielt er einen Fürstentag zu Worms. Hier verhandelt er zuerst heimlich mit dem Erzbischof von Mainz und fleht inständig um dessen Hülfe, zu Vollbringung desjenigen, was er im Sinne hat; wenn er es erlange, so wolle er von nun an ihm unterthänig und auf das Wort gehorsam sein, und die Thüringer mit bewaffneter Hand, wenn er es auf keine andere Weise vermöchte, dazu nöthigen, daß sie dden Zehnten für immer ohne Widerrede entrichteten. Als der Bischof einwilligt und die Verabredung von beiden Seiten bekräftigt ist, trägt der König in öffentlicher Versammlung vor, er passe nicht zu seiner Gemahlin, er habe die Augen der Menscheen lange getäuscht, wolle sie aber nicht ferner täuschen; er mache ihr keinen Vorwurf, wodurch sie mit Recht die Scheidung verdiene, aber er habe, ungewiß durch welches Geschick, durch welches göttliche Verhängniß, keine Möglichkeit der ehelichen Gemeinschaft mit ihr; folglich bitte er um Gotteswillen, daß sie ihn von der Fessel entbinden möchten, die unter bösen Vorzeichen geschlossen sei, daß sie mit Gleichmuth die Trennung geschehen lassen möchten, auf daß jene ihm und er selbst ihr, wenn Gott es so füge, den Weg zu einer glücklicheren Ehe bahne; und damit niemand vorwende, daß ihre einmal verletzte Schamhaftigkeit einer zweiten Vermählung im Wege stehe, so versichere er eidlich, daß er sie so wie er sie empfangen, unbefleckt und mit unversehrter Jungfräulichkeit bewahrt habe. Dieses erschien allen Anwesenden als eine widrige und mit der königlichen Majestät ganz unverträgliche Sache. Doch glaubte ein jeder, es sei bedenklich, ein Geschäft, auf das der König seinen Sinn mit solcher Leidenschaft gesetzt hätte, von sich abzulehnen. Auch der Bischof, durch eine so kostbare Zusicherung erkauft, unterstützte, so viel er ohne Verletzung des Anstandes konnte, nicht ungern die Sache des Königs. Da nun alle entschieden, daß dieses geschehen sollte, so beraumte er zur Vollführung des Geschäfts eine Synode in Mainz an auf die nächste Woche nach dem heiligen Michaelisfeste. Während nun in dieser Aussicht die Sache noch in der Schwebe war, wurde die Königin nach Loresham gesandt, um die bestimmte Zeit daselbst abzuwarten. Der König ging anderwärts hin, wohin Reichsgeschäfte ihn riefen.
      Als schon der Tag nahte, welcher zur Trennung der Ehe des Königs anberaumt war, begab sich dieser auf das Schleunigste nach Mainz. Und siehe, auf dem Wege erfuhr er, daß ein Legat des apostolischen Stuhles in Mainz seiner Ankunft warte, welcher die Scheidung verhindern und den Erzbischof von Mainz mit dem apostolischen Strafurtheile bedrohen sollte, weil er versprochen habe, eine so frevelhafte Trennung ins Werk zu setzen. Bestürzt darüber wollte der König, weil er diese so lange gewwünschte Sache, da er sie schon fast in den Händen hatte, verloren, unverzüglich auf dem Wege, auf dem er gekommen war, nach Sachsen zurückkehren. Nur mit Mühe gelang es seinen Freunden, ihn davon abzubringen, damit er doch die Fürsten des Reichs nicht täuschen möchte, welche in großer Anzahl ihn in Mainz hatten treffen sollen, und so begab er sich nach Franconofurt und befahl denjenigen, welche zu Mainz zusammengekommen waren, am bestimmten Tage hier zu erscheinen. Als sie sich zahlreich eingefunden hatten, setzte Petrus Damianus - dies war der Legat des apostolischen Stuhls, ein Mann, der sowohl durch sein hohes Alter als durch die Reinheit seines Wandels überaus ehrwürdig war - die Aufträge des römischen Papstes auseinander: Es sei eine sehr schlimme und mit dem christlichen, geschweige denn mit dem königlichen Namen ganz unverträgliche Sache, die er vorhabe; wenn er durch die menschlichen Gesetze oder durch die kanonischen Verordnungen sich nicht abschrecken lasse, so möge er doch wenigstens seines eigenen Rufes und Leumundes schonen, damit nicht das Gift eines so häßlichen Beispiels, vom Könige den Anfang nehmend, das ganze Christenvolk beflecke, und er, welcher der Rächer von Vergehungen hätte sein ssollen, selbst Urheber und Führer zum Bösen würde; endlich, wenn er wohlmeinendem Rath nicht nachgeben wolle, so werde er, der Papst, notgedrungen die kirchliche Gewalt anwenden und das Verbrechen durch das kanonische Gesetz verhindern. Ueberdies solle von seinen Händen niemals ein Kaiser geweiht werden, der durch ein so pestartiges Beispiel, so viel an ihm sei, den christlichen Glauben verrathen hätte. Da nun erhoben sich alle anwesenden Fürsten gegen ihn und erklärten, daß der römische Papst recht urtheile; sie baten ihn bei Gott, seinem Ruhme keinen Schimpf anzuthun und die Majestät des königlichen Namens nicht durch Verunreinigung mit so schändlicher That zu beflecken; außerdem aber möge er doch auch den Verwandten der Köönigin nicht Ursache zum Abfall und gerechten Anlaß zu Erregung von Unruhen im Staate geben; denn diese würden, wenn sie Männer wären, da sie durch Waffen und Reichthümer sehr viel vermöchten, die so große Schmach ihrer Tochter ohne Zweifel durch irgend eine außerordentliche That zu sühnen streben. Durch diese Rede wurde der König mehr gebrochen als gebeugt und sprach: "Steht das bei euch fest und unabänderlich, so werde ich selbst mir Zwang anthun und, so gut ich kann, die Bürde tragen, deren ich mich nicht zu entledigen vermag."
      So wurde sein Haß durch das Streben, die Eintracht herzustellen, nur noch mehr erbittert; er gab zwar zu, daß die Königin zur Gemeinschaft des Thrones zurückgerufen würde, begab sich aber selber, um das Zusammentreffen mit ihr und ihren Anblicick zu meiden, mit kaum vierzig Rittern eiligst wieder nach Sachsen zurück. Die Königin folgte langsam mit der übrigen Menge und den Reichskleinodien; und da sie zu ihm nach Goslar gekommen war, konnten ihn seine Vertrauten kaum dazu bewegen, ihr entgegenzugehen; doch empfing er sie im Vergleich mit seinem gewöhnlichen Benehmen überaus gütig, aber sofort erkaltete die Liebewieder und er kehrte zu seiner Gemüthsart und ehemaligen Rauhheit zurück; und weil der schon oft versuchte Plan, die Ehe aufzulösen, keinen Fortgang gehabt hatte, so beschloß er, in der Folge nur den königlichen Namen mit ihr zu theilen und sie so zu besitzen, als wenn er sie nicht besäße.
      Das Jahr 1071.
      In diesen Tagen gebar die Königin, welche mit dem Könige sich zu Mainz aufhielt, einen Sohn, der aber gleich nach der Taufe starb, auf die Harzburg gebracht und hier beigesetzt wurde. Das Bisthum von Constanz gab der König dem Canonicus Otto von Goslar, und erschreckt durch das jüngste Beispiel erhobenen Einspruchs, gebot er ihn unverzüglich zu weihen, damit nicht wiederum auch gegen ihn durch Verzögerung der Weihe irgend ein Anstand erhoben werden möchte.
      Das Jahr 1073.
      Gegen den Anfang des August also, da die Verschwörung schon Reife und hinlängliche Stärke erlangt hatte, schicken sie Gesandte zu dem König, der damals seinen Sitz zu Goslar hatte, und verlangen, daß ihnen der Feldzug, den er gegen die Polen veranstaltet, erlassen wurde; sie ständen gegen die gefährlichsten Feinde, die Luticier, Tag und Nacht gerüstet und in Schlachtordnung, und wenn sie die Hände nur ein wenig ruhen ließen, so erblickten sie sogleich die Feinde, welche ihre Grenzen anfielen und alles mit Mord und Brand verwüsteten; um sich ihrer Macht zu erwehren, hätten sie kaum Truppen genug; daher würde es thöricht sein, auswärtige und entfernt wohnende Völkerschaften zu befehden, da sie durch einheimische und fast innerliche Kriege ohne Unterlaß beunruhigt würden. Ueberdies fordern sie, daß er die Burgen, die er zur Vernichtung Sachsens auf allen Bergen und Höhen erbaut habe, niederreißen lasse; daß er den sächsischen Fürsten, denen er ohne gesetzliche Untersuchung ihre Güter genommen, nach dem Rechtspruche ihrer Fürsten Genugthuung leiste; daß er Sachsen, wo er schon von seinem Knabenalter an gesessen, und in träger Ruhe fast ganz hingewelkt wäre, bisweilen verlasse, und auch andere Theile seines Reichs besuche; daß er die Menschen von niedrigster Herkunft, durch deren Rath er sich und das gemeine Wesen zu Grunde gerichtet, vom Hofe verjage und die Besorgung und Verwaltung der Reichsgeschäfte den Fürsten des Reiches überlasse, denen sie zukämen; daß er die Schaar von Kebsweibern, denen er gegen die kanonischen Satzungen mit frecher Stirn und ohne alle Scham sich hingab, verabschiede, und die Königin, welche er den Ueberlieferungen der Kirche gemäß sich zur Genossin des Ehebettes und Gefährtin des Thrones erwählt habe, wie seine Gemahlin halte und liebe; daß er den übrigen entehrenden und lasterhaften Handlungen, womit er als Jüngling die königliche Würde in übelen Ruf gebracht hatte, wenigstens jetzt bei reiferem Verstande und Alter entsagen möchte. Zuletzt bitten sie ihn bei Gott, ihren gerechten Forderungen freiwillig Gehör zu geben und ihnen nicht die Nothwendigkeit einer großen und ungewöhnlichen That aufzulegen. Thäte er dies, so würden sie mit dem bereitwilligsten Herzen ihm wie bisher dienen, jedoch auf solche Art, wie freie und in einem freien Reiche geborene Leute dem Könige dienen müßten; wo aber nicht, so wären sie Christen und wollten nicht durch die Gemeinschaft eines Mannes, der den chriristlichen Glauben durch die größten Schandthaten verrathen hätte, sich beflecken. Habe er sich vorgenommen, sie mit den Waffen zu zwingen, so fehle es auch ihnen nicht an Waffen und an Kriegserfahrung. Sie hätten ihm eidlich Treue zugesagt; docch nur, wenn er zur Auferbauung, nicht zur Zerstörung der Kirche Gottes König sein wolle, wenn er gerecht, wenn er gesetzmäßig, wenn er nach Sitte der Vorfahren den Staat regiere, wenn er einem jeden seinen Stand, seine Würde, seine Rechte sicher und ungekränkt bestehen lasse. Habe er aber selbst zuerst diese Bedingung schmachvoll übertreten, so wären auch sie durch die Heiligkeit dieses Eides nicht länger gebunden, sondern sie würden von nun an gegen ihn als einen barbarischen Feind uund Unterdrücker des christlichen Namens einen gerechten Krieg führen, und so lange noch der letzte Funke von Lebenswärme ihnen übrig bliebe, für die Kirche Gottes, für den christlichen Glauben, und auch für ihre Freiheit kämpfen. Einen mächtigen Eindruck machte diese Botschaft auf den König. Aber da seine Räthe sagten, beim ersten Schrecken des Kriegs würden diese großen Aufwallungen des Zornes erlöschen, faßte er wieder einigen Muth, antwortete den Gesandten leichthin und verächtlichh, und entließ sie ohne eine bestimmte Antwort. Als sie dies den Ihrigen meldeten, so entbrannte in den Gemüthern aller heftiger Zorn, und sie ermahnten einander in wechselseitiger Rede, ihre Geringschätzung mit der That zu rächen. Jenes im Bösen verhärtete Gemüth, sagen sie, wird nicht zu erweichen sein, wenn nicht schärfere Gewalt angewendet wird, und wenn nicht der Stahl bis ans Leben und näher an das Mark dringt, so wird es kein Gefühl des Schmerzes zulassen.

      Das Jahr 1074.
      Nachdem sie auf diesen Beschluß sich von einander getrennt hatten, wurden am dritten Tage hernach diejenigen, welche in Asenberg waren, vom Hunger bezwungen und ergaben sich den Thüringern, welche sie ungestraft entließen, das Schloß aber in Brand steckten, und sogleich mit dem Heere vor ein anderes Schloß rückten, welches Spatenberc hieß. Das Schloß Vokenrot hatten sie wenige Tage vorher zu belagern angefangen. Und weil die Königin während der ganzen Zeit dieses Krieges hierher in Sicherheit gebracht worden war, so begab sich auf Befehl des Königs der Abt von Herveld dahin, nahm sie mit Bewilligung der Thüringer von dort in Empfang und führte sie, die schwanger war, und schon wegen der Nähe ihrer Entbindung von Tag zu Tag sich ängstigte, nach Herveld. Und da sie dort viele Tage verweilte - denn der König wußte wegen der im Reiche herrschenden Verwirrung nicht, an welchen andern sichern Aufenthalt er sie schicken sollte - so gebar sie dort am 12. Februar, an einem
      Mittwoch, einen Sohn. Dieser wurde, weil man glaubte, daß er schwächlich sei und bald den Geist aufgeben werde, am dritten Tage von dem Bischof Ezzo von Altenburg, der damals eben bei dem Abte zu Gaste war, getauft und nach dem Namen seines Urahns Counrad benannt. Und weil sonst niemand zugegen war, der dieses Geschäft auf würdige Weise hätte verrichten können, so hoben der Abt und noch mehrere andere Brüder des herveldischen Klosters ihn aus der heiligen Taufe.

      Black-Veldtrup Mechthild: Seite 170
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        "Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien"
        Ob der Besitz des Markgrafen Ekkehard II. als Dotalgut für die SALIER-Königinnen vorgesehen war, läßt sich nicht mit Sicherheit sagen. Dafür spricht jedoch, daß HEINRICH IV. seiner Gemahlin Bertha 1074 die Schenkung der aus dieser Gütermasse stammenden, westlich von Naumburg gelegenen Burg und villa Eckartsberga erneuerte, die er ihr im Jahre 1066 erstmals verbrieft hatte. Vermutlich entschädigte die Kaiserin Agnes das Bistum Naumburg für die durch die Schenkung erlittenen Verluste.
        Königin Bertha wurde am 29. Juni 1066 in Würzburg gekrönt.
        Wies Ernst W.: Seite 35,67-73,110,159,188,204
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          "Kaiser Heinrich IV."
          Die Sorge des Kaisers ging noch weiter. Weihnachten 1055 wurde der kleine HEINRICH in Zürich mit Berta von Turin-Savoyen verlobt, eine Sicherung salischer Macht in Italien.
          So schreibt Bruno:
          "Zwei oder drei Kebsweiber hatte er zur gleichen Zeit, aber auch damit war er noch nicht zufrieden. Wenn er hörte, jemand habe eine junge und hübsche Tochter oder Gemahlin, befahl er, sie ihm mit Gewalt zuzuführen ... Seine schöne und edle Gemahlin Berta, Tochter des Grafen von Savoyen und der Gräfin Adelheid von Turin, die auf Rat der Fürsten wider Willen zur Ehe genommen hatte, war ihm derart verhaßt, daß er sie nach der Hochzeit aus freien Stücken niemals mehr sah, da er auch die HoHochzeit selbst nicht mit freiem Willen gefeiert hatte. (Persönlicher Einwurf: Das kann alles so nicht stimmen, denn seit dem Jahre 1070 entsprossen dieser Ehe mehrere Kinder.) Endlich gebot er einem seiner Gesellen, sich um die Gunst der Königin zu bewerben zu bewerben, und versprach ihm eine große Belohnung, wenn er das erreiche ... Aber auch die Königin besaß trotz ihres weiblichen Körpers ein männliches Herz, sie erkannte sofort, welcher Quelle dieser Anschlag entsprang. Zunächst wies sie ihn scheinbar unwillig ab; als er aber, wie es ihm geboten war, hartnäckig blieb, versprach sie zum Schein, seine Bitte zu gewähren. Jener meldete es freudig dem König und gab ihm die Stunde an, die zur Ausführung bestimmt war. Hocherfreut ging der König zusammen mit dem Ehebrecher zum Schlafgemach der Königin, um Zeuge des Ehebruchs zu sein und sie dann rechtmäßig von sich zu stoßen oder auch - was ihm noch lieber gewesen wäre - zu töten. Allein als der Ehebrecher an die Tür der Königin klopfte und diese rasch öffnete, fürchtete der König, ausgeschlossen zu werden, wenn jener zuerst eingelassen würde, und drängte sich durch die Tür. Die Königin erkannte ihn und schloß schnell die Tür, so daß der Ehebrecher draußen blieb, rief ihre Frauen zusammen und zerschlug ihn mit den Waffen, die sie zu diesem Zwecke bereitgelegt hatte, nämlich mit Schemeln und Stöcken, dermaßen, daß er halbtot liegen blieb. 'Du Hurensohn', rief sie, 'woher kam dir die Frechheit, dir auf Umarmung der Königin Hoffnung zu machen, die den Mächtigsten zum Mann hat?'
          Er schrie, er sei doch HEINRICH, er sei doch ihr Mann und habe sie zu recht besuchen wollen. Sie aber entgegnete, der sei nicht ihr Mann, wer heimlich ehebrecherisch Umgang gesucht habe; wenn er ihr Mann sei, weshalb sei er dann nicht offen zu ihrem Lager gekommen? Deshalb warf sie ihn, fast bis auf den Tod zerschlagen, aus ihrem gemach, verschloß die Tür und ging zu Bett. Er aber wagte niemandem zu verraten, was ihm widerfahren war; vielmehr schützte er eine andere Krankheit vor und hütete fast einen Monat das Bett."
          All dieser Schmutz schwindet, wenn man den Bericht über HEINRICHS IV. Scheidungsverlangen liest. Der Sachse Bruno schreibt über das Jahr 1069:
          "Der König erklärte öffentlich (vor den Fürsten), er stehe sich mit seiner Gemahlin nicht gut; lange habe er die Menschen getäuscht, aber nun wolle er sie nicht länger täuschen. Er könne ihr nicht vorwerfen, was eine Scheidung rechtfertige, aber er sei nicht imstande, die eheliche Gemeinschaft mit ihr zu vollziehen. Er bitte sie daher um Gottes willen, ihn von der Fessel dieser unter schlimmen Vorzeichen geschlossenen Ehe zu lösen und die Trennung freudwillig zu dulden, damit er ihr und sie ihm, den Weg zu einer glücklicheren Ehe eröffne. Und damit niemand den Einwand erheben könne, ihre einmal verletzte Keuschheit sei ein Hindernis für eine zweite Eheschließung, so schwöre er, daß sie so sei, wie er sie empfangen habe, unbefleckt und in unversehrter Jungfräulichkeit bewahrt habe."
          Das ist ein Donnerschlag und für die mittelalterliche Form der Ehetrennung etwas absolut Neues. Die Versammlung ist erschrocken, unfähig, das gehörte zu verarbeiten. Ja, hätte HEINRICH IV. einen Ehebruch seiner Frau mit noch schlechten Beweisesen konstruiert, sie verdammt und verstoßen, so wären ihm die Bischöfe sicher gefolgt. Oder hätte er, eine weitere beliebte Methode der Ehescheidung, eine Trennung wegen zu naher Verwandtschaft angestrengt - auch das wäre ein Weg gewesen, den man verstanden hätte. Der vom deutschen Episkopat angerufene Papst sandte einen Legaten, der auf der Synode von Frankfurt die Scheidung ablehnte.
          Es ist beglückend, daß die beiden Menschen dennoch zusammenwachsen und Berta ihrem Mann die Söhne schenkte, die ihn zwar später verraten werden, dennoch aber dem salischen Haus die Thronfolge zu sichern. Berta wächst im Laufe ihres Lebens zu einer herzbezwingenden Frauengestalt heran. Sie steht mit HEINRICH IV. auf den Eisfeldern von Canossa und wird an seiner Seite zur Kaiserin gekrönt werden.
          Nahdem die Thüringer die Hasenburg zu Fall gebracht hatten, hatte die Belagerung der Burg Vockenrode, nahe Hersfeld, begonnen. Der König hatte dort seine schwangere Frau, Königin Berta, in Obhut gegeben. Jetzt, da die Belagerung und Fall der Burg bevorstanden, gestatteten die Thüringer der Königin freien Abzug ins Kloster Hersfeld, in dem sie von Abt Hartwig freundlich aufgenommen wurde. Dort gebar die Königin am 12. Februar 1074 ihren Sohn, den späteren König KONRAD (III.). Bischof Ezzo von Oldenburg, der gerade als Gast im Kloster weilte, taufte den Knaben auf den Namen von dessen Urgroßvater, Kaiser KONRAD II.
          Nach Meyer von Knonau sieht die Substanz der Triburer Beschlüsse so aus: Aufgabe der königstreuen Stadt Worms und Rückkehr ihres königsfeindlichen Bischofs Adalbero. Das bedeutete, dass Königin Berta ihren Zufluchtsort Worms verlor und an die Seite HEINRICHS IV. zurückkehrte.
          Berta begleitete ihren Gemahl nach Canossa, der vom 25. bis zum 28. Januar 1077 in der klirrenden Eiseskälte vor den Mauern der Felsenburg im Büßerhemd und mit bloßen Füßen die Größe seiner Reue bekundete.
          Gemeinsam mit ihrem Gemahl HEINRICH IV. erlebte Berta am 31. März 1084 in Rom die Kaiserkrönung.
          Am 30. Mai wurde HEINRICHS Sohn KONRAD zum Mit-König erhoben und damit war die salische Erbfolge gesichert und anerkannt. Zugleich widerfuhr dem Kaiser in diesem Jahr auch großes persönliches Leid. Am 23. Dezember 1087 starb seine Frau, Kaiserin Berta. Trotz der Schwere der ersten Ehejahre mit HEINRICHS Scheidungsverlangen hatte sie treu an seiner Seite gestanden. Sie hatte mit ihm alle Höhen und Tiefen seines Lebens, die Eisfelder von Canossa ebenso wie die Kaiserkrönung in Rom, erlebt. Eine Frau und Fürstin mit beispielhafter Loyalität gegenüber der Ehe und dem dynastischen Auftrag.
          Körntgen, Ludger: Seite 84,87,100,104
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            "Ottonen und Salier"
            Die verwandtschaftliche Verbindung mit einem wichtigen Herrschaftsträger im Süden hatte noch der verstorbene Kaiser gesichert, als er den jungen König HEINRICH mit Bertha, der Tochter des Markgrafen Otto von Turin und Savoyen, verlobt hatte. Deren Schwester Adelheid heiratete der Schwaben-Herzog Rudolf, nachdem seine salische Gemahlin Mathilde schon im Jahr 1060 gestorben war.
            Als HEINRICH IV. im Jahr 1069 mit einem eigenen Anliegen hervortart, ging es um den persönlichen Bereich: auf einem Wormser Hoftag bat der König die Fürsten, einer Auflösung seiner im Jahr 1066 geschlossenen Ehe mit Bertha von Turin und Savoyen zuzustimmen. Sie deutschen Bischöfe wandten sich an den Papst, und dessen Legaten Petrus Damiani gelang es auf einer Synode in Frankfurt, den König zum Verzicht auf sein Vorhaben zu bewegen, das nicht nur nach den Vorstellungen der Reformer einen schweren Verstoß gegen Recht und Moral der Kirche dargestellt hätte und mit dem Bild vom christlichen König nicht zu vereinbaren gewesen wäre. Im ottonisch-salischen Bereich hatte noch kein Herrscher einen solchen Schritt gewagt.
            Auch 13 Kardinäle beteiligten sich an der Wahl Wiberts, der am Palmsonntag als Clemens III. (1080-1100) zum Papst erhoben wurde und am Ostersonntag die Kaiserkrönung vollzog; gemeinsam mit HEINRICH IV. wurde seine Gemahlin Berta gekrönt.
            Der Konflikt mit den Fürsten prägte die Herrschaft HEINRICHS IV. und beendete sie schließlich. Man kann darin die Steigerung der schon unter HEINRICH III. härter gewordenen Konflikte sehen; auffällig ist aber, dass die schriftlichen Zeugnisse aus den Reihen der Gegner immer wieder die Person HEINRICHS IV. in den Mittelpunkt ihrer Anklage stellen. Der König wird als charakterlich verdorben, unzuverlässig, gewalttätig und ausschweifend beschrieben; eine besondere Rolle spielt dabei der Vorwurf ungezügelter und widernatürlicher Sexualität. Nicht nur die Sachsen wussten von sexuellen Übergriffen zu berichten, denen ihre Frauen und Töchter durch die Leute des Königs ausgesetzt waren; auch dem König selber wurden Ehebruch und sexuelle Ausschweifungen jeglicher Art von Jugend an zur Last gelegt. Solche Vorwürfe wurden nicht nur schriftlich niedergelegt, sondern kursierten offensichtlich in weiten Kreisen. In den sexuellen Bereich zielten auch die Anklagen, die HEINRICHS zweite Gemahlin Praxedis erhob, als sie den Kaiser im Jahr 1094 verließ und in die Obhut der Mathilde von Canossa flüchtete. HEINRICH, dessen Ehe mit Bertha von Turin nach dem vergeblichen Scheidungswunsch offensichtlich bis zum Tod der Kaiserin i
            im Jahr 1087 harmonisch verlaufen war, hatte die Tochter des Großfürsten von Kiew nach dem Tod ihres ersten Gemahls, des Grafen Heinrich von Stade (+ 1087), im Jahre 1089 geheiratet. Warum es schon bald zum Zerwürfnis zwischen den Eheleuten kam, bleibt unklar. Nach ihrer Flucht vom Kaiserhof wurde Praxedis offensichtlich für die anti-heinrizianische Propaganda instrumentalisiert; die von ihr vorgetragene Anschuldigungen fügten sich in den Zusammenhang der schon lange umlaufenden Gerüchte und Anschuldigungen, ohne dass wir die Glaubwürdigkeit des Zeugnisses der Kaiserin und anderer Gewährsleute für das Privatleben des Kaisers beurteilen könnten.




            13.7.1066
            oo 1. HEINRICH IV. König des Deutschen Reiches
            Tribur 11.11.1050-7.8.1106


            Kinder:
            1. Ehe
            Adelheid
            1070-4.6. vor 1079
            Heinrich
            1071-2.8.1071
            Agnes von Waiblingen
            1072/73-24.9.1143
            1086/87
            1. oo Friedrich I. Herzog von Schwaben
            um 1050-6.4.1105
            1106
            2. oo Leopold III. Markgraf von Österreich
            1073-15.11.1136
            KONRAD (III.)
            12.2.1074-27.7.1101
            HEINRICH V.
            8.1.1086-23.5.1125


            Literatur:
            ------------
            Black Mechthild: Die Töchter Heinrichs III. und der Kaiserin Agnes, in: Vinculum Societatis. Festschrift für Joachim Wollasch, 1991 Seite 36-57 - Black-Veldtrup, Mechthild: Kaiserin Agnes (1043-1077) Quellenkritische Studien, Böhlau Verlag Köln 1995, Seite 55-383 - Boshof, Egon: Die Salier. Verlag W. Kohlhammer Stuttgart Berlin Köln 1987, Seite 163,171,196,206,231,248,252,258 -
            Brunos Buch vom Sächsischen Kriege. Übersetzt von Wilhelm Wattenbach, Phaidon Verlag Essen 1986, Seite 6,61 - Die Salier und das Reich, hg. Stefan Weinfurter, Jan Thorbecke Verlag 1991, Band I Seite 47,104,107-114,192,216/Band II Seite 193,201,2204,221,381,452/Band III Seite 323 - Goez Elke: Beatrix von Canossa und Tuszien. Eine Untersuchung zur Geschichte des 11. Jahrhunderts, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1995, Seite 25,134,142,144,216 - Golinello, Paolo: Mathilde und der Gang nach Canossa, Artemis und Winkler Düsseldorf 1998, Seite 121,162,174,262 - Hlawitschka Eduard: Untersuchungen zu den Thronwechseln der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts und zur Adelsgeschichte Süddeutschlands. Zugleich klärende Forschungen um âÇ?Kuno von ÖhningenâÇoe, Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1987, Seite 56,116,169 - Jäschke, Kurt-Ulrich: Notwendige Gefährtinnen: Königinnen der Salierzeit als Herrscherinnen und Ehefrauen im römisch-deutschen Reich des 11. und beginnenden 12. Jahrhunderts, Verlag Rita Dadder Saarbrücken 1991, Seite 138-148 - Körntgen, Ludger: Ottonen und Salier. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2002 Seite 84, 87,100,104 - Lampert von Hersfeld: Annales/Annalen Wissenschaftliche Buchgemeinschaft Darmstadt 2000 Seite 110,114,118,120,152,182,198,216,392,398 - Meyer von Knonau, Gerold: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Heinrich IV. und Heinrich V. 1. âÇô7. Band, Verlag von Duncker & Humblot Leipzig 1890 - Schnith Karl: Frauen des Mittelalters in Lebensbildern. Verlag Styria Graz Wien Köln 1997 Seite 116,146,169,190 - Schulze Hans K.: Das Reich und die Deutschen. Hegemoniales Kaisertum. Ottonen und Salier. Siedler Verlag, Seite 330,399,410,432,441,447 - Schwarzmaier Hansmartin: Voon Speyer nach Rom. Wegstationen und Lebensspuren der Salier. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992, Seite 8,14,17,78,81-84,115,117,119,121 - Weinfurter Stefan: Herrschaft und Reich der Salier. Grundlinien einer Umbruchszeit. Jan Thorbecke Verlag Sigmaringen 1992, Seite 115,132 - Wahl Rudolph: Heinrich IV. Der Gang nach Canossa. Bechtermünz Verlag Augsburg 2000 Seite 95-98, 225 - Wies, Ernst W.: Kaiser Heinrich IV. Canossa und der Kampf um die Weltherrschaft, Bechtle Esslingen 1996, Seite 27,35,67,70,72,110,159,166,188,204,260 -

 Sources

  • Individual:
    - "Thomas A. Stobie, rootsweb, 2009.," supplied by Stobie, july 2014. - compiled by Thomas A. Stobie SFO [(E-ADDRESS) FOR PRIVATE USE,]
    - http://vandermerwede.net/ - n/a - 1 n/a - http://vandermerwede.net/ - http://vandermerwede.net/
    - bright.ged - Brower, Maitland Dirk - Jun 2003
    - Bienvenue sur les pages persos des Freenautes - AUREJAC.GED - http://arnaud.aurejac.free.fr - Internet. - n/a - 1 n/a - http://arnaud.aurejac.free.fr - gedcom - Jun 2003
    - Horrocks, Lloyd A., Rootsweb GEDCOM. (Horrocks.2 a osu.edu) - Lloyd A. Horrocks' Rootsweb GEDCOM
  • Birth, death: Horrocks, Lloyd A., Rootsweb GEDCOM. (Horrocks.2 a osu.edu) - Lloyd A. Horrocks' Rootsweb GEDCOM

  Photos and archival records

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 Family Tree Preview

  Manfred II Odalrich d'Oriate De Susa ca 1000-1035 Bertha d' Este ca 980-1037
||



|
Otto I (=Eudes) De Savoie 1021-1059 Adelheid [Arduiniden] Van Susa ca 1015-1091
||



|
Bertha Comtesse de Maurienne De Savoie 1051-1087



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