• Geboren ca. 1510
  • Verstorben ca. 1576 - Wallerfangen,ungefähres alter 66 Jahre alt
  • Wegzoller, Bergrichter und Rentmeister des Herzogtums Lothringen

 Eheschließungen und Kinder

 Notizen

Hinweis zur Person

1555: Wegzoller; 18.04.1556 Ernennung zum Bergrichter (AD Nancy B 30 f 268). 1556 lässt er für die Azureitförderung eine Mahlmühle errichten. 1567 - 1571 Rechnungsbelege des Diedrich SCHMALRYEMUS, Nachlass gewährt für 1568 betreffs der Abgaben der Blausteingruben wegen Kriegstrubel u. weil die meisten Knappen tot oder weggezogen sind (Epidemiejahr) (AD Nancy B 10222, 54 Blätter). Im April 1569 bittet Karl III von Lothringen den Bergrichter Diedrich SCHMALRIEM ihm allerlei Sorten Azuritgestein zu liefern. Daraufhin schickt ihm SCHMALRIEM zehn Ledersäcke mit Azuritpulver und ein Sack Azuritgestein. Im Juli desselben Jahres schickt er weitere 15 Pfund Azur, diesmal als fertige, teils mit Öl, teils mit Wasser vermischte Farbe nach Nancy. Der Herzog erkennt den hohen Wert, den diese Farbe, die inzwischen in Holland u. Italien verkauft wird, besitzt und ordnet an, dass die Ausbeutung nunmehr auf seine Rechnung zu erfolgen hat. 1565 Rentmeister oder Einhemer des Amtes. Philipp VON HEIDEN erkennt am 28.12.1566 eine Schuld gegenüber seinem Schwager Diedrich SCHMALRIEM an. An der außerordentlichen Entwicklung der Stadt Wallerfangen im 16.Jhdt.hatte der Abbau von Azurit in den Bergwerken rund um den Blauberg einen nicht unwesentlichen Anteil. Die ersten uns überlieferten Rechnungsbelege datieren aus dem Jahre 1492. Mit der in den folgenden Jahren ständig zunehmenden Fördermenge wurden die Abbauverfahren ständig verbessert und wuchs auch die Zahl der Bergleute. Unter ihnen befanden sich sowohl Einheimische als auch fremde Leute. Nachdem es immer öfter zu Schwierigkeiten zwischen den Bergleuten und der übrigen Bevölkerung kam; sah sich der Herzog Anton von Lothringen im Jahre 1520 veranlasst; die Ausbeutung der Blaugruben zu reglementieren und schuf dazu eine besondere Beamtenstelle; nähmlich die des' justicier des mines '; Bergrichter genannt. Er hatte den Abbau zu überwachen; für ordnungsgemäße und pünktliche Ablieferung des Zehnten zu sorgen und musste bei Schwierigkeiten Recht sprechen. Wurde durch herzoglichen Erlass; gegeben zu Nomeny am 18.4.1556; dem Wegzoller Dietrich Schmalriem das Bergrichteramt übertragen. Dieser ging sofort mit vollem Eifer an den Ausbau der Azuritförderung. Noch im selben Jahr ließ er eine Mahlmühle zur Azuritverfeinerung errichten. Bisher hatte der Herzog nur den Zehnten eingenommen. Dem Bergrichter; bis dahin gleichzeitig auch Unternehmer der Bergwerke; war wohl der größere Ertrag zugefallen. Nun begann der Herzog selbst; sich für den Wallerfanger Bergbau zu interessieren. Im April 1569 bat Karl III.von Lothringen den Bergrichter Dietrich Schmalriem, ihm allerlei Sorten feinsten; mittleren und groben Azuritgesteins zu liefern. Daraufhin sandte ihm Dietrich zehn Ledersäcke mit Azuritpulver und ein Sack Azuritgestein. Im Juli desselben Jahres schickte er weitere 15 Pfund Azur; diesmal als fertige; teils mit Öl; teils mit Wasser vermischte Farbe nach Nancy. Der Herzog erkannte den hohen Wert; den diese Farbe; die inzwischen bis nach Holland und Italien verkauft wurde; besaß und ordnete an; daß die Ausbeutung nunmehr auf seine eigene Rechnung zu erfolgen hatte. Inzwischen hatte Dietrich etwa um das Jahr 1565 neben dem Amt des Bergrichters auch das Amt des Einnehmers oder Rentmeisters erhalten. Er war nun ein einflußreicher Mann mit ansehnlichem Vermögen geworden. Im Jahre 1567 pachtete er auf sechs Jahre die Hälfte der herzoglichen Bannmühle zu Wallerfangen für 12 Quart Korn und 10 Frs barem Geld. Dazu mußte er dem Torwächter am alten Tor den Jahreslohn bezahlen. Möglich ist; daß Dietrich Schmalriem sein Vermögen und seinen Einfluß seiner Ehefrau Anna von der Heiden verdankte. Dieses Adelsgeschlecht hatte um die Mitte des 16. Jahrhunderts verschiedene Besitzungen und Rechte zu Wallerfangen erworben; die vermutlich aus einer Erbschaft der Familie von Warsberg herrührten. Genaue Zusammenhänge konnten aber diesbezüglich nicht ermitteltwerden. Philipp Jakob von der Heiden hatte seinen Wohnsitz in Wallerfangen; wo er am 28.12.1566 eine Schuld von 8 Frs gegenüber seinem Schwager; dem Bergrichter Dietrich Schmalriem; anerkannte. Wie umfangreich der Besitz des Dietrich war; ersieht man aus zwei späteren Erbverkäufen seiner Nachfahren. Am 28.Oktober 1595 bestätigt der Prokurator zu Wallerfangen; Johann Neumagen vor Tabellion Nikolaus Freistroff; daß er von Apollonia Lanser aus Remich für 9.200 Frs und 7 Cronen sowie 20 Frs Weinkauf alle Erbgütergekauft hat; die diese von ihren verstorbenen Großeltern Dietrich Schmalriem und Anna zu Wallerfangen ererbt hatte. Erben seines Sohnes Nikolaus Riem verkauften am 29.Januar 1619 in Wallerfangen ein Haus in der großen Gasse für 3.650 Frs. Das waren für die damalige Zeit sehr hohe Summen; geht man davon aus; dass die durchschnittl. Erbbeträge der damaligen Zeit einschl. Häuser; Felder und Wiesen zwischen 500 und 1000 Frs.lagen. Gerade in jener Zeit hatten die Herzöge von Lothringen begonnen; ihnen treu ergebene Beamte zu fördern, die ihnen helfen sollten ihre Stellung gegenüber dem großmächtigen lothr. Hochadel zu stärken. Dietrich Schmalriem war sicherlich einer von ihnen. So vertrat er beispielsweisesehr energisch die Rechte seines Herzogs bei dem Streit; der im Jahre 1571 nach dem Tode des Abtes Siegfried Hutzling und der Wahl seines Nachfolgers Adam Werbel um die Schirmherrschaft der Abtei Wadgassen zwischen Lothringen und Nassau-Saarbrücken bzw. den Herren von Pfalz-Veldenz entstanden war. Am 20. Dezember desselben Jahres drang der Bergrichter von Wallerfangen zusammen mit dem lothr. Amtmann auf Siersberg; Christoph von Hausen und dem fürstlichen Geleitsmann Hans Bockenheimer sowie weiteren ca. 40 Soldaten aus Wallerfangen mit Gewalt in die Abtei Wadgassen ein. Abt Werbel; der darüber in einem Beschwerdebrief an den Herzog von Lothringen ausführlich schreibt; schildert dabei das Vorgehen des Dietrich Schmalriem wie folgt: ' In Vigilia Thomae; welcher war der 20ste Tag Decembris seynd mit Nahmen Christoffel von Haußen; Lothringischer Amtmann uff Siersberg; Dietrich Schmalriem; Bergrichter zu Walderfangen; und Hanß Beckhemer; fürstlicher Geleitsmann daselbst;und wie sie vorgegeben haben; als fürstlich-lotharingische Befehlshaber; sammt ungefährlich bey vierzig Mitbürger von Walderfangen zwischen sechs und sieben Uhren Vormittags mit großer Ungestümmigkeit und Gewalt über die Mauren zu Wadgassen ohne einige vorhin Anforderung; noch nachbarliches Ansprechen eingefallen; alle Thüren; so nicht offen waren; mit großer Gewalt; Muthwillen und Zimmer Aexen zerschlagen; und die Gemaecher eröffnet; und insonderheit aber mein Kammer und Stüblein; darin etliche versiegelte Brieff auf einem kleinen Tischlein gelegen; welche der Bergrichter in der Eil erwischet; zu sich genommen; und in seinen Bußen gestochen und gesagt; die hab ich rechten in meinem Bußen; wie er dann auch uff mein darnach fragen vor mir und vielen anderen Bürgern bekennt und gesprochen: ich hab die Brieff genommen; und wann nur mehr dagewesen wären; ich wollte sie alle zu mir genommen haben. Als sie nun ihren Muthwillen mit Innehmung des Klosters vollbracht; habensie uns zusammenerfordert; mit Anzeigung; sie haben was mit uns im Nahmen und von wegen Fürstlicher Durchlauchigkeit in Lotharingien zu reden; darauff der Bergrichter einen Brieff; uff welch seines Ihnalts uns vorgelesen; darnach dem Herrn Dechant zu Bischoffs-Homburg (welcher sonst inandern meinen Geschäfften da war) gegeben; denselben uff teutsch auszureden; doch alßbaldaus des Dechants Hand wiederum zu sich genommen; und angefangen; vermög seines Befehls ihrer Fürstl. Durchl. Befehl sey; daß der Prior samt dem Convent alßbald einen anderen Abt erwehlen solten; der unter IhrerFürstl.Durchlaucht hoher Landesfürstlicher Obrigkeit gebohren sey; denn dieser erwehlte Abt sey nicht unter ihrer Fürstl.Durchl.Obrigkeit,sondern unter einer anderenHerrschafft gebohren; welche ihrer Fürstl.Durchl. außgegangenen Edictent gegen und zuwider bestehn;.'Danach kam ein Vergleich zwischen den betreffenden Fürsten zustande; der am 23.8.1581 die Rechte beider Staaten definitiv feststellte und die ganze Sache in ihren früheren Zustand versetzte. Dietrich Schmalriem war demnach nicht nur ein dem Herzog treu ergebener Beamter; sondern darüberhinaus ein sehr selbstbewußter und herrschsüchtiger Mann; der selbst vor Gewalttätigkeiten nicht scheute. Sein Nachfolger im Amt; sowohl des Bergrichters als auch des Rentmeisters wurde Hans Bockenheimer. In den Jahren 1571 bis 1576 wird die Rechnungslegung für das Amt Wallerfangen noch von beiden abgelegt. Ab 1577 ist nur noch Hans Bockenheimer Rentmeister; was darauf schließen läßt; daß Dietrich zu jener Zeit bereits verstorben ist. Von Beruf war er Metzger; was aus verschiedenen Eintragungen im Zunftbuch eindeutig hervorgeht.

_INET: 10improves deathplace,adds occupation,adds child17 AUG 201821 NOV 2018

 Quellen

  • Person: nach G. Müller "Aus Schmalriem wurde Riem" und Die Familie des Bergrichters Dietrich Schmalriehm in Unsere Heimat 2/1992 S. 50-51

  Fotos & Dokumente

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