Familienchronik



Zusammenfassung

 1 - Die Familie Lobenstein aus Solislau

Auszug aus der Ortschronik von Solislau 1890 - 1945

In Solislau stand ein Bauernhof (Haus-Nr. 20), bewirtschaftet schon immer seit unvordenklicher Zeit von der Familie Lobenstein. Diese waren eine durch und durch tschechische Familie bis auf den letzten Lobenstein, welcher sich als Deutscher angemeldet hat obwohl er die tschechische Schule absolviert hat und nicht einmal deutsch schreiben konnte. Ich weiss, daß der Lobenstein Isidor eine Frau gehabt hat von den Kones aus Milikov. Sie war Tschechin- damals waren sie in Milikov die einzigen Bewohner. Sie hatten Kinder: Den Georg, den Josef, den Wenzel, die Katrina und die Anna. Der Josef hat auf Nr. 33 eingeheiratet, der Georg auf Nr. 12; der Wenzel übernahm den Hof (wörtl. er blieb Wirtschafter), die Katerina verehelichte sich mit dem Styrec und die Anna blieb ledig. (wörtl. : war stumm). Wenzel hat schlecht gewirtschaftet und tauschte dann das Eigentum mit Georg.Georg hatte einen Sohn namens Wenzel der starb; Josef, welcher das Anwesen bewirtschaftete; Franz, der über die Aufbaugenossenschaft für Pilsen und Stribro ein Familienhäuschen Nr. 63 errichtet hat und die Katerina, die sich zu den Schwarz nach Pleschnitz einheiratete.Josef verheiratete sich mit Frau Stepankova, verwitwet hinterblieb der Sohn Wenzel Stepanek. Dieser heiratete die Anna Steidl aus Nr. 2. Lobenstein verheiratete sich dann ein zweites Mal mit seiner Ehefrau Anna Strohschneider aus Nr. 4.Sie hatten Kinder, die Maria und den Josef. Obwohl diese die tschechische Schule abschlossen, meldeten sie sich als Deutsche an und wurden mit den Eltern nach Westdeutschland abgeschoben. ( Marie war schon verheiratet und der Josef diente in der deutschen faschistischen Armee.

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 2 - Die Nachfahren von Thomas Stöckl aus Piwana und die Geschichte des Hauses Piwana Nr. 6

(aus Heirats-, Geburts- und Sterbeurkunden, die meine Großmutter Maria Lobenstein, geb. Kanzler nach der Vertreibung mitbrachte

Ca. 1779 lebte in Piwana Nr. 34 mein Urahn der Kalupner Thomas Stöckl, sein Sohn Josef Johann Stöckl (geb. 1779, gest. 27.03.1852), ebenfalls Kalupner (Viertelhöfer) auf dem Hof Nr. 34 heiratete am 14.07.1799 in Gesna die Kalupnerstochter Elisabeth Heinzl (geb. am 20.01.1782, verst. 20.06.1830) aus Piwana Nr. 40.

Deren Sohn Josef Stöckl (geb. am 25.05.1801, verst. 02.05.1866) zog ca. 1819 auf den Hof Piwana Nr. 6 (lt. Geburtsurkunde der Tochter: Josef Stöckl, Chaluppner in Piwana Nr. 6). Am 19.10.1819 heiratete er in Rajowa die Halbhöfnerstochter Barbara Hacker (geb. 1797, verst. 05.07.1870) aus Rajowa Nr. 11.Nachtrag: Im Sterbebuch Gesna fand ich einen Eintrag: 04.03.1824 starb Joseph Woltina, Kalupner am Hof Nr. 6 in Piwana im Alter von 81 Jahren an Altersschwäche. Die Familie Woltina lebte, wie ich bis jetzt herausgefunden habe auf jeden Fall seit 1768 auf den Anwesen Nr. 6 - Eintrag vom 23.08.1768, es verstarb Simon Woltina, 68 Jahre, wohnhaft Piwana Nr. 6.

Deren Tochter Katharina Afra Stöckl (geb. am 18.08.1820, verst. vor 1892) bekam des Hof bei ihrer Hochzeit am 15.02.1848 in Gesna mit dem Zimmermann Simon Thaddäus Hacker (geb. am 22.08.1820, verst. vor 1892) überschrieben. (Bis zu ihrem Tod lebten die Eltern: Josef und Barbara Stöckl bei ihrer Tochter in der Ausnahm.)

Deren Tochter Anna Hacker (geb. am 16.08.1859 in Piwana Nr. 6, verst. 30.06.1913 an einem Herzfehler in Piwana Nr. 6) heiratete am 26.01.1884 den Chaluppnerssohn Martin Korbl aus Piwana Nr. 22. Anläßlich der Hochzeit wurde ihnen gemeinsam der Hof Nr. 6 übergeben (Urkunden vorhanden). Die Eltern Simon und Katharina Hacker gingen in die Ausnahm nach Klein-Chotieschau Nr. 14.

Zusammen hatten sie einen Sohn, Johann Korbl (geb. 1888, verst. 1967). Er wanderte bereits vor dem 1. Weltkrieg nach Wien aus, wo er K.u.K. Sicherheitswachmann war. Er hatte einen Sohn.

Martin Korbl starb mit nur 31 Jahren, am 31.02.1891 an Lungentuberkulose. Am 25.07.1892 heiratete sie in Gesna den Maurer und Musiker(Geige), Wenzl Kanzler (geb. 06.01.1868, verst. 18.04.1935) aus Piwana Nr. 32. Zusammen mit Anton Paschek(Klarinette) und Johann Gubik(Gitarre) waren sie die Dorfschrammler von Piwana. Lt. einem Bericht im Heimatbrief hatte er den Spitznahmen „Dorschenkopf“. Im Alter war er noch als Gemeindediener und Nachwächter tätig.

Ca. 1912 ist der Hof Nr. 6 teilweise abgebrannt und sollte neu gebaut werden. (Die Pläne dazu sind noch vorhanden). Leider starb meine Urgroßmutter Anna Kanzler, plötzlich an einem Herzfehler. Wenzl Kanzler verkaufte den Hof an Martin Deibl (lt. Hofbesitzerverzeichnis 1939: Kanzler-Hof-Bauer, Piwana Nr. 6). Er zog mit seinen Kindern nach Piwana Nr. 105 ( eine kleines Häuschen, gegenüber der Nr. 6). Am 04.02.1915 heiratete er in Chotieschau die Schneiderin Theresia Lohr, geb. Riess aus Klein-Chotieschau. (Diese Ehe hielt allerdings nicht sehr lange.)

Zusammen mit Anna hatte er 5 Kinder:

- Maria Kanzler (geb. am 03.09.1894, verst. 22.11.1970) verheiratet mit dem Maurer Martin Jakob Lobenstein (geb.am 19.01.1885, verst. 04.09.1964), Chaluppnersohn aus Solislau Nr. 11 am 21.11.1917 in Gesna. Bereits in Piwana Nr. 105 wurde ihr erster Sohn (mein Vater) geboren. Nach der Hochzeit lebten sie eine Zeit lang in Wuttau im Forsthaus, wo Martin als Waldarbeiter beschäftigt war. Dann wurde ihr zweiter Sohn geboren. Ca. 1925 zogen sie nach Mies, wo Martin bei Baumeister Bayer als Maurer tätig war. Er kaufte ein Grundstück (Kaufvertrag vorhanden) von H.v.Streeruwitz und baute sich zusammen mit Franz Illek ein Doppelhaus in Mies, in der Kscheutzer Str. 665 (zwischenzeitlich hieß sie auch Schlageterstrasse), daß sie 1945 schweren Herzens verlassen mußten.

- Theresia Kanzler verheiratet mit Anton Gamenik. 2 Söhne, Sohn Ernst blieb in derTschechoslowakei.

- Emma Kanzler verheiratet mit N.N. Matscha aus Unolla. Sie hatten 3 Kinder (2 Töchter + 1 Sohn)

- Josef Kanzler (geb. am 13.11.1897, verst. 1983) verheiratet mit Franziska Rössler, Gastwirtstochter aus Ullitz Nr. 30 am 23.06.1927 in Gesna. Er folgte seinem Halbbruder Johann Korbl nach Wien, wo er als K.u.K.- Musiker (Geige und Klarinette) bzw. Bez.-Inspekter der Sicherheitswache (Polizei) mit seiner Frau lebte. Sie hatten keine Kinder.

- Anna Kanzler (geb. am 16.05.1901, verst. 22.05.1968) verheiratet mit dem Maurer und Heizer Josef Braunbart (geb. am 17.09.1900, verst. 1974). Anna Braunbart erbte von ihrem Vater das Anwesen Nr. 105 und lebte bis zur Vertreibung dort. Sie hatten zusammen 8 Kinder ( 3 Söhne + 5 Töchter)

 3 - Ortsbeschreibungen:

Selbständiges Rittergut Solislau 1193 – 1248Solislau war zunächst die Wiege zweier Rittergeschlechter; dem ersten gehörten Ulrich 1193, Johann 1197 und Ubislaw v. Solislau 1212 – 1248 an. Das zweite Solislauer Rittergeschlecht trat mit Johann (Jeschek) von Solislau 1368 hervor, der dann 1378 auch Pfleger und Landrichter in Eger war. Zwar gehörte Solislau 1379 mehreren Besitzern, unter denen Jeschek 1 Mark, ein Zbinko 5 Bierdunge Königssteuer zahlten; aber ersterer besaß auch das (jetzt verschwundene) Dorf Vracovice (in der Gegend von Nedraschitz). Sein ältester Sohn Prkosch wurde schon 1360 Pfarrer in Lhota (bei Rokitzan), aber 1362 abgesetzt, weil er sich nicht weihen ließ; 1368 aber gleichwohl Kaplan des jungen Königs Wenzel und Pfarrer in Pischtin (bei Frauenberg), kam er 1396 nach Mogolzen bei Bischofteinitz. Die zwei anderen Söhne Jescheks, Johann der Ältere und Johann der Jüngere, unterschieden sich seit 1400 durch die Beinamen Polák, bzw. Ptáče; der erste Beiname kehrte dann in der Familie so oft wieder, dass man die Johann Polák von Solislau im 15. Jahrhundert nicht immer auseinanderhalten kann. Ein Jeschek von Sulislaw zählte 1382 zu den 40 Migliedern einer „Hammergilde“ (Brüderschaft) in Prag. Die 3 Brüder von Solislau, Pfarrer Prkosch, Johann gen. Ptáče und Johann gen. Polák, setzten 1400 (24./5.) einen Pfarrer (Johann) in Solislau ein. Nach dem Tode des einen Bruders und des Vaters widmeten Prkosch und Johann Polák 1406 (24./4.) der genannten Patronatspfarre reichliche Stiftungen zu Gunsten des Pfarrers und zweier Vikare. Aus den Zuweisungen in den Dörfern Mlýnec (Klattau), Libĕjitz (Retolitz), Wojtieschitz ( Přestitz) und Metzling (Bischofteinitz) erkennt man die Ausbreitung ihres Besitzes, wenn er auch weit zerstreut und namentlich in Solislau zersplittert war. So erscheinen 1416 (10./6.) neben dem Pfarrer Prkosch von Mogolzen noch die Witwe Herka (nach Johann Ptáče) und deren Söhne Johann Polak II., Budiwoj, Johann und Wenzel, auch noch 1427 (7./2.) die Mutter Herka, Johann Polak und Johann von Solislau als Patronatsinhaber in Solislau. In Privaturkunden (so 1409 mit einer Stiftung für die Mieser Minoriten) und im öffentlichen Leben traten die Solislauer Ritter öfter hervor. Johann Polak d.j., 1448 – 1466 öfter genannt, war noch 1465 Patron in Solislau. Bald darauf verschwand das Geschlecht.Auf der Feste Solislau saßen dann (1482 – 1505) die Ritter von Přestawlk (Wlach 1482 – 1490, Racek 1508), von 1505 – 1575 die Cehnice von Ričan (s. 1505 Johann, s. 1543 Johann und Wilhelm). Als Johann von Ričan kinderlos starb, verkaufte seine Schwester Barbara Bejček von Nespečov, geb. von Ričan am 3. Mai 1575 die Feste Solislau samt Dorf, Meierhof, Kirche u. a. Zugehör um 13.150 Schock meißn. Gr. (15.341 fl. 40 kr. rhein.) an die Stadt Mies, der nach der Aufhebung des Untertänigkeitsverhältnisses das Kirchenpatronat und ein umfangreicher Waldbesitz verblieben. Der ehemalige Meierhof maß 1180 Joch 824  Klafter, darunter 878 Joch 1094  Klafter Wald und Hutweiden; außerdem gab es noch 354 Joch 298  Klafter Rustikalgründe.

aus „Mieser Dörfer“ von Georg Schmidt aus der „Festschrift der Bergstadt Mies 1131 - 1931 zur 800-Jahrfeier“

Solislau (Sulislav) war eine der 9 Ortschaften der königlichen Stadt Mies.Gegründet als Rittergut 1131 von Herzog Sobislav I. (nach dem der Ort wahrscheinlich auch benannt wurde).Pfarrkirche St. Laurentiuskirche (1352), 1835 und 1905 renoviert.

aus Heimatbrief 1970 S. 31Abhandlung über Kirchen, Kapellen und Kreuze

Die alte öffentliche Kirche zum Hl.Laurentius in Solislau wurde im Jahre 1835 mit einem Kostenaufwand von 1134 fl. 5Kr. C. M. erneuert, wozu die Mieser Obrigkeit als Patron nach eingeholter hl. Gubernial-Vdg. de Dato Prag am 24. April 1835, Zl 15 388, die Baumaterialien im Werte von 506 fl. 36 Kr. C.M. verabreichte. Sittna gehörte seit der Erbauung der Kirche in Solislau zur dortigen Pfarrfiliale, die vom Mieser Pfarramt aus betreut wurde. Da im allgemeinen nur wenige deutsche Messen gelesen wurden, besuchten die Dorfbewohner fast regelmäßig die Mieser Stadtkirche. Am Tage des hl. Aloisius, 21. Juni 1780, wurde das Dorf Sittna und der dazugehörige große Teich durch einen furchtbaren Wolkenbruch überschwemmt. Das von den Anhöhen zuströmende Wasser riß den Dorfturm mit der Glocke ab und führte ein hölzernes Wohnhaus mit fort, worin ein Weib ertrank. Alles Vieh der Bauern lag im Teiche ersäuft und vom angebauten Getreide war nichts mehr zu sehen. Bei den Dorfinsassen ist dieser Gedächtnistag zum bleibenden Feiertag geworden. Im Jahre 1894 wurde an dieser Stelle eine Kapelle errichtet und mit dem Bilde des Hl.Aloisius ausgestattet. Dieser Tag war als "geschlagener Feiertag" weiterhin von Bedeutung und mit einer örtlichen Bittprozession zur Kirche in Solislau verbunden. .............................Die Kapelle (in Sittna) unter der großen Linde am Dorfausgang gegen Solislau dürfte um das Jahr 1800 gebaut worden sein. Sie war bis zur Vertreibung mit einem unauffälligen alten Muttergottesbild ausgestattet und soll nach näheren Feststellungen ein Schwarze Muttergottes aus Klattau gewesen sein. Da Bild war im Jahre 1824 von dem Ortrichter Mathias Lobenstein und dem 1. Rat der Gemeinde Adam Illek gestiftet worden. Leider gibt es sie nicht mehr.

MiesDie Bergstadt Mies wurde im Jahre 1131 von Herzog Sobislav I. gegründet. Sie liegt am linken Ufer der Miesa in 395 m Seehöhe. Ihr Silberbergbau wird bereits in Urkunden des Jahres 1183 erwähnt. Zweimal in der Geschichte wird die Stadt besonders erwähnt: Magister Jakobellus, ein Mitstreiter des Magisters Johannes Hus, hatte hier seine Heimat; Generalissimus Albrecht von Wallenstein wurde nach seiner Ermordung (1634) im Minoritenkloster zu Mies beigesetzt. Zwei Jahre lag der Leichnam des großen Feldherrn hier zu Grabe.Rathaus (a.d.J.1589), Brücke mit Turm (1560), Stadtkirche (1565), Friedhofskirche (1574), Minoritenstift (1253), Petruskirchlein (1300)

Mies ist eine Stadt mit 7.689 Einwohnern (1. Januar 2004) in Tschechien. Die alte Bergstadt liegt am gleichnamigen Fluss Mies (Mže) und gehört dem Okres Tachov an. Der tschechische Name Stríbro bedeutet übersetzt Silber und weist auf den im Spätmittelalter hier durchgeführten Silberbergbau hin.

KosolupDie erste Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahre 1237. Zu dieser Zeit war das Dorf im Besitz der Schuchta von Kozolup. Seit dem Ende des 14. Jahrhunderts gehörte das Dorf den Grafen von Guttenstein. Die St. Peter- und Pauls-Kirche bestand zu dieser Zeit bereits; 1394 übte Dietrich von Guttenstein das Patronat über das Gotteshaus aus. Im 15. Jahrhundert ging der Ort an die Leskauer Linie der Schwanberger über und gelangte im folgenden Jahrhundert zur Herrschaft Zebau. Das Pfarrdorf war später bis zur Auflösung der Patrimonialherrschaften Teil der Herrschaft Weseritz. Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde zur Unterscheidung vom gleichnamigen Dorf Kosolup die Bezeichnung Ober Kozolup gebräuchlich. 1939 lebten in Ober Kozolup einschließlich der Straßenhäusel und Welzkahäusel 383 Menschen.Am 1. Januar 1980 wurde Horní Kozolupy nach Cebiv eingemeindet. Seit 24. November 1990 ist es wieder eine eigenständige Gemeinde.


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