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Quellen können bei mir erfragt werden.

 

 Family Book



  Entwicklung und Geschichte sowie Wappen der Familien

I. Familien

  • Hennings
  • von Bremen / Bremer / von Bremer / von Brehmer / Brähmer / Brämer / Braehmer / Braemer
  • Gufer
  • von Heyn / Hayn / Hein
  • von Brockhausen / von Brockhusen / von Bruchhausen
  • Guzewski / Guzowski / Gusowski / Gusovius / von Gusovius

II. Orte

  • Ostpreußen
  • Schleswig-Holstein / Niedersachsen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Österreich
  • Frankreich
  • Polen
  • Dänemark / Schweden

Familie Hennings

Das Geschlecht dieser Familie Hennings stammt aus Dänemark oder Schweden, waren vermutlich einst Wikinger.Es gibt drei Möglichkeiten für die Herkunft des Namens

- "Hen" von Hahn und wie allgemein üblich im Norden ein "ing" hinten- eine Wandlung von "Heinrichs Sohn" zu Hennings- könnte aus dem hebräischen kommen und "Johannes" bedeuten

So gibt es auch drei Äste der Hennings in Deutschland, die jeweils anderer Meinung über die Herkunft sind - in Thüringen, in Niedersachsen, in Schleswig-Holstein

Seit mindestens 1747 war diese Familie im heutigen Schleswig-Holstein sesshaft, dem Gebiet, das damals zu Dänemark gehörte.

Familie von Bremen / von den Bremern / Bremer / von Brehmer / Brähmer / Brämer / Braemer

Die frühesten bekannten Vorfahren kamen um ca. 1000 n. Chr. aus Nürnberg und ließen sich außerhalb Bremens nieder. Sie waren von Adel und durften nicht in der gegen den Adel gerichteten Stadt leben. Dort haben sie sich sehr zahlreich vermehrt. Einige Zweige blieben dort, eine Linie wurde zu Grafen erhoben, andere Zweige wanderten aus nach Schweden, Finnland und Ostpreußen.Wappen (links): Der Schild dieser Hochadeligen Familie ist von oben bis zum Fuß in gleiche Teile gespalten, unter denen der rechte Teil rot, das zur linken Seite silber-weiß ein halbes rotes Wasser-Mühlen-Rad mit vier Speichen und an der Runde umher mit fünf pinnulis oder Absätzen präsentiert, wie in beigefügter Figur zu sehen. Auf dem offenen Turnierhelm stehen sechs silber-weiße vor sich überhängende Strauß-Federn. Die Helm-Decken samt dem Kranz sind mit gleichen Farben geziert. Folgende Verse können eine kurze Erklärung bieten:Das Wohnhaus dieser Herren, die sich „von Bremen“ nennen, war an der Wettering gar nahe vor der Stadt. Jetzt kann man ihre Macht noch an den Federn erkennen, an ihrem roten Feld und halben Wasser-Rad.Wappen (rechts): in Verbindung mit Hans Henrik von Brehmer, dessen hier aufgeführte Vorfahren (Nicolaus) nicht sicher. Dieses Wappen kommt aus Thüringen, Ehrenstein, Schwarzburg.

Familie Gufer

Wappen 715: Weiß-rot geteilt, mit einem Bracken in gewechselten Farben. Derselbe zwischen einem gelben und einem roten Flügel hockend auf dem Stechhelm mit Wulst.Am geschlossenen Helm erkennt man, dass es sich um einen patrizischen Adel handelt. Er wurde 1555 von neuem verliehen, also war er schon früher vorhanden.Wappen 965: Weiß-rot geteilt, mit einem zottig beschweiften Bracken in gewechselten Farben (auch rot-gelb geteilten Bracken). Derselbe hockend zwischen einem gelben und einem roten Flügel auf dem bewulsteten Stechhelm.Es gibt zwischenbeiden nur kleine Unterschiede, bedeutend ist z.B. die rausgestreckte Zunge oben.Handelszeichen 73: Ein Patriarchenkreuz mit spitzem Fußhaken linkshin, der in ein Kreuz endigt, in der Mitte von einem G überzogen.

Familie Hayn / von Heyn / Hein

Sie lebten um 1850 in Glogau, später in Breslau, Schlesien. Zu dieser Zeit schrieben sie sich Hayn. Nach alten Aufzeichnungen haben sich frühere Generationen vielleicht "Hein" oder "Heyn" geschrieben. Nach mündlichen Überlieferungen könnten sie von den Salzburger Protestanten stammen. Ein Zweig dieser Richtung des Stammbaums soll auch von den Hugenotten abstammen. Hier vermute ich die Familie Materne. Es gab auch verschiedene Familien Hayn und von Heyn in jener Gegend, die vielleicht noch weiter zurück auch verwandt waren. Es ist auch bekannt, dass eine Linie der Familie in Sachsen lebte. Neueste Forschungen ergeben eine Abstammung aus der Familie "von Heyn", wobei jene Person den Adel aberkannt bekam und dessen Sohn sich "Hayn" schrieb.Ein altes Rittergeschlecht in Schlesien, das aus Sachsen dahin gekommen und mit den von Hagen verwandten Ursprungs sein soll. Ihr Stammhaus soll in Thüringen gelegen und Haynerburg geheissen haben. In den alten schlesischen Chroniken kommen viele von Hayn vor, die in den Zeiten des Faustrechts zu den Wegelagerern und Landesbeschädigern gehörten. Schon im Jahre 1330 befanden sich Edelleute dieses Stammes an dem Hofe des Herzogs Bolko zu Münsterberg. Tamon oder Simon v. H. war ein sehr reicher und angesehener Cavalier, der mehrere Güter im Oelsischen und Wartenberg'schen besass und Landeshauptmann des Herzogs Conrad von Oels war. Eine Linie dieser Familie besass das nachmalige Kloster Liebenthal; sie ward am Ende des 17. Jahrhunderts in den Freiherrnstand erhoben, namentlich war Balthasar Leopold Freiherr v. H. Herr auf Fischbach, später dem Prinzen Wilhelm, Bruder Seiner Majestät, gehörig. er war mit einer Freiin von Schaffgotsch vermält und starb 1701 kinderlos. Ein Vetter von ihm, Balthasar v. H. und später dessen Sohn, Philipp Anton v. H., ererbte die Güter Fischbach, Matzdorf, Spiller, Niederjohnsdorf, usw. Die Nachkommen des Philipp Anton lebten späterhin in Hirschberg. Zu ihnen gehörten zwei Brüder v. H., von denen der ältere, Franz v. H., Doctor der Medizin und praktischer Arzt, zu Hirschberg und Warmbrunn, der jüngere aber in dem Gräfl. v. Schaffgotschen Hause zu Warmbrunn sich aufhielt. 2) Der König Friedrich II. erhob den damaligen Premier Lieutenant im Möringschen Husaren-Regimente, Johann Georg Heyn, im Jahre 1771 in den Adelstand.Aus dem zuerst erwähnten Geschlechte haben auch viele Mitglieder in der Armee gedient. In Cosel starb 1812 ein Major v. H., der im 3. Musketierbataillon des Regiments v. Sanitz gestanden hatte. Er gehörte der meissnischen Linie an. Noch in der Gegenwart (1834) dienen verschiedene Herren v. H. in der preuss. Armee, namentlich der Major und Führer des 2. Aufgebots vom 1. Bataillon des 3. Landwehrregiments, v. H., der bis zum Jahre 1806 in dem Regimente v. Hagken zu Soest gestanden hatte.

Familie von Brockhausen / von Brockhusen / von Bruchhausen

Pommerscher Uradel.Wappen: In Blau ein goldener Balken, begleitet oben von drei goldenen Sternen und unten von einem laufenden natürlichen Fuchse. Auf dem Helme mit blau-goldener Decke drei natürliche Pfauenfedern. Ältere Siegel zeigen weder den Balken noch die Sterne, sondern den Fuchs allein.Die von Brockhusen stammen der Überlieferung nach aus Niedersachsen, kommen jedoch bereits im 13. Jahrhundert in Pommern vor. Das Geschlecht teilte sich bereits im 14. Jahrhundert in die Zoldekower, Riebitzer und Justiner Linie, von denen die erste im Jahre 1694 erloschen ist, während die beiden anderen noch weitverzweigt blühen.

Familie Guzewski / Guzowski / Gusowski / Gusovius / von Gusovius

Genealogische Entwicklung und Heraldik

Die Zeit bis zum urkundlichen Auftauchen der Familie in Altpreußen um 1580.

Als der Deutsche Ritterorden seine Sendung im Osten erfüllt hatte, der Ordensstaat im Jahre 1525 in das Herzog-tum Preußen umgewandelt war, und der Anbruch einer neuen Zeit neben diesem politischen Wandel sich auch im geistlichen und kulturellen Leben mit der Einführung der Reformation in Altpreußen in den Jahren 1523 bis 1549 und der Gründung der Universität Königsberg - 1544 - kundtat, tauchte wenige Jahrzehnte danach - etwa um 1580 - unsere Familie Gusovius in Ostpreußen auf. Die ältesten Vorfahren lebten in Lötzen, vielleicht auch auf dem Lande im Amt Lötzen, in der Stadt Marggrabowa (Treuburg), ferner in den Ämtern Angerburg und Sehesten, also in Masuren. Offenbar von den Glaubensideen der Reformation in ihren Bann geschlagen gehörten sie noch lange Zeit danach vorwiegend dem Pfarrerstande an und haben über fünf Generationen hindurch bis etwa 1780 das Wort Gottes deutsch und polnisch, richtiger masurisch, einer der polnischen Sprache verwandten Mundart, im Masu-renland verkündet.Fast alle hatten an der Albertina zu Königsberg (Kalingrad), manche aus jener Zeit jedoch auch schon auswärts an der Lutheruniversität Halle - um 1720 - oder in Rostock - 1755 bis 1760 - studiert. Wie die großen Reformatoren Preußens hatten auch unsere Vorfahren bald nach ihrem Auftauchen in Masuren, und zwar kurz nach 1600 aus Anlaß ihrer Immatrikulation bei der Albertina, dem Zuge der Zeit folgend, ihren bis dahin geführten Namen Gu-sowski nach der Sitte der gelehrten Humanisten in Gusovius lateinisiert.Mit dieser für unsere Familiengeschichte so bedeutsamen Feststellung des früher geführten Namens, die erfreuli-cherweise noch getroffen werden konnte, hörte dann die zuverlässige, durch Urkunden belegbare Forschung in die zurückliegende Vergangenheit auf.Für die vor 1580 liegende Zeit sind wir nur noch auf die mündliche Überlieferung und auf Vermutungen angewie-sen, die aufgrund einiger Anhaltspunkte zwar angestellt werden können, auch große Wahrscheinlichkeit für ihre Richtigkeit haben, aber doch nicht als Tatsachen gewertet werden dürfen, solange nicht der Nachweis für ihre Richtigkeit erbracht ist.Die mündliche Überlieferung besagt nur, dass unser Urahn dem polnischen Adel angehört hat und vor seiner Flucht aus Polen den Namen Gusowski geführt habe. Diese von Generation zu Generation übermittelte Kunde ist stets mit großer Bestimmtheit aufgestellt worden. Die weiteren Aufgaben, dass unser Urahn vielleicht höherer Offizier oder Beamter gewesen sei und dass er vermutlich wegen irgendwelcher innenpolitischer Machtkämpfe seiner Zeit aus Polen habe fliehen müssen, wurde dagegen schon sehr unsicher gehalten. Noch mehr galt dies an die oft daran verknüpfte Vermutung, dass unser Urahn bei dieser Gelegenheit wahrscheinlich auch seinen Namen gewechselt habe, um so nach der Flucht aus Polen vor Nachstellungen in Preußen besser gesichert zu sein.So etwa lautet jedenfalls die mündliche Überlieferung, die sich bis in unsere Tage hinein erhalten hatte; sie konnte als richtig solange gelten, als unsere Familienaufzeichnungen nur bis 1730, dem Geburtsjahr des Oberförsters Otto Friedrich Gusovius aus Schnecken zurückreichten und die Zeit davor noch nicht erforscht war. Inzwischen ist es aber gelungen, eine recht beträchtliche vor 1730 liegende Zeitspanne familiengeschichtlich aufzuklären.Aus jener Zeit konnte zunächst ermittelt werden, dass Michael Gusovius, der wohl der Großvater des Schnecker Oberförsters Gusovius gewesen ist, während seiner 24 jährigen Amtszeit - von 1693 bis 1717 - als Pfarrer in Lo-sendorf bei Stuhm "von den Päbstischen viele Verfolgung erlitten" hat, ehe er 1717 nach Freystadt, Westpreußen, kam und dort die Pfarrstelle erhielt. Mit diesem Vorgang kann wohl nur die mündlich überlieferte "Flucht unseres Vorfahren aus Polen" gemeint sein, zumal mehrfach Chroniken über "Verfolgungen" dieses Geistlichen berichten.Bedacht muss weiter werden, dass zu jener Zeit - um 1700 herum - das westpreußische Gebiet mit der Stuhmer Höhe staatsrechtlich noch zu Polen gehörte, und dass es erst durch die 1. Teilung Polens - 1772 - wieder uneinge-schränktes preußisches Staatsgebiet wurde. Die damalige Übersiedlung unseres Vorfahren von Losendorf nach Freystadt scheint nach allem keine freiwillige Abwanderung gewesen zu sein; selbst nach den Chroniken zu urtei-len, muss sie eher seiner Flucht geglichen haben, zumal sie als solche nach mündlicher Überlieferung in unsere Familiengeschichte eingegangen ist.Also nicht Offizier oder Beamter, sondern Geistlicher war unser Vorfahr, als er wegen seines evangelischen Glau-bens das Gebiet um Stuhm verließ und nach Freystadt in Westpreußen, einem Kirchspiel nahe der ostpreußischen Grenze kam, das hier eine vorwiegend evangelische Bevölkerung aufwies. Hier haben seine Nachfahren dann in Westpreußen so lange gelebt, bis dieses Gebiet - seit seinem Verlust durch den 2. Thorner Frieden von 1466 - durch die 1. Teilung Polens vom Jahre 1772 wieder dempreussischen Staate als uneingeschränktes Hoheitsgebiet einverleibt wurde. Der unklaren und verschwommenen Überlieferung lag demnach eine wahre und jetzt auch durchaus glaubhafte Begebenheit zu Grunde. Nach dieser Kenntnis der Zusammenhänge muss nunmehr die zunächst unklare mündliche Überlieferung auf Grund der vorge-fundenen Chroniken fortan nur richtig in obigem Sinne verstanden werden. Die weitere, sehr verschwommene Überlieferung, dass unser Vorfahr zu jener Zeit - also nach 1700 - und auch aus obigem Anlass seinen Namen geändert habe, trifft dagegen nicht zu. Schon als Pfarrer in Losendorf in der Zeit von 1693 bis 1717 hat Michael den latinisierten Namen Gusovius geführt. Seine Verfolgungen waren also nicht Anlass zu unserer Namensände-rung. Im übrigen hätte zur Erreichung des Zieles, nach einer Flucht aus Polen vor Nachstellungen in Preußen bes-ser untertauchen zu können, auch nicht nur die Endsilbe des früher geführten Namens Gusowski, sondern vor allem der Wortstamm unseres Namens selbst - also der ganze Name - geändert werden müssen. Die Namensände-rung ist vielmehr, wie durch Urkunden belegt werden kann, bereits 100 Jahre vorher - kurz nach 1600 - erfolgt, also durch Vorfahren, die einer viel älteren Generation angehörten. Hinsichtlich des früher geführten Namens hat sich die Überlieferung wiederum als zuverlässig und richtig erwiesen. Hier sind wir nicht mehr bloße Vermutun-gen angewiesen. Durch Urkunden aus den Jahren kurz nach 1600 kann nachgewiesen werden, wie der frühere Name gelautet hat. Wir finden die Schreibweise Gusovski, Guzewski und Gusewski. Diese alten Namen sind bei Erwähnung der ältesten Vorfahren, - der Pfarrer Petrus und Johannes Gusovius - deren neuen Namen in Klammern hinzugefügt, ganz offensichtlich zu dem Zweck, um damit auf die Namensänderung hinzuweisen. Von Petrus Gusovius wissen wir, dass er sich 1603 an der Albertina immatrikulieren ließ; von Johann Gusovius ist anzuneh-men, dass seine Immatrikulation zu der gleichen Zeit erfolgt sein muss. Da es zu jener Zeit zum guten Ton gehör-te, bei der Immatrikulation seinen Namen zu latinisieren, um damit nach außen hin seine Zugehörigkeit zum ange-sehenen "Gelehrtenstand" zu bekunden, ist mit Sicherheit anzunehmen, dass aus diesem Beweggrunde heraus auch unsere Namensänderung von unseren Vorfahren kurz nach 1600 vorgenommen worden ist, zumal beide Eintra-gungen in die Matrikel den Hinweis auf die Namensänderung enthalten.

Wenn Vorfahren von uns mit dem früheren alten Namen Gusowski - oder auch ähnlicher Schreibweise wie Gu-zewski - nachweisbar vor 1600 in Masuren gelebt haben, so ist es naheliegend, den weiteren Versuch zu unter-nehmen, auch den Siedlungs- und Herkunftsraum von Trägern dieses alten Namens zu durchforschen, um damit womöglich noch einen Einblick in unsere Familiengeschichte vor 1580 zu gewinnen.Um es vorweg zu nehmen: es ist bisher leider nicht gelungen, Familien mit dem Namen Gusowski - oder einem ähnlichen Namen - in dem Amt Lötzen oder in der Stadt Marggrabowa ausfindig zu machen, die als Eltern der zuvor erwähnten ältesten, zuvor erwähnten Vorfahren zu jener Zeit dort zweifelsfrei gelebt haben müssen.Bei dieser Suche konnten aber Träger unseres alten Namens in großer Zahl von 1600 ab bis in die Gegenwart hinein sowohl als Studenten an der Albertina, besonders im 17. und 18. Jahrhundert, wie auch als Bauern in Masu-ren ermittelt werden. Vor allem haben auch Bauern mit unserem alten Namen in Muntinen bei Aweyden, Kreis Sensburg gelebt, also in dem Dorf, in dem drei Gusovier in der Zeit von 1659 bis 1710 geboren sind. Trotz dieser sicher nicht zufälligen räumlichen Nähe konnten dennoch weitere Beweisurkunden über den verwandtschaftlichen Zusammenhang der beiden Familien Gusowski und Gusovius - außer den Aufzeichnungen in der handschriftlichen Presbyterologie von Quandt - bisher nicht aufgefunden werden.Weil zu jener Zeit der Name Gusowski in Masuren recht oft vorkommt, darf unbedenklich angenommen werden, dass Familien mit unserem alten Namen Gusowski und - damit unsere ältesten Vorfahren - auch schon längere Zeit vor 1580 in Masuren gelebt haben werden - und zwar wohl schon seit Anfang oder Mitte des 15. Jahrhunderts. Für eine solche Vermutung sprechen zwei wichtige geschichtliche Ereignisse zu jener Zeit und in jenem Raum von Altpreußen:In das südliche "Wildnisgebiet" von Ostpreußen, die ursprünglich von Altpreußen bewohnten Gaue Galinden und Sudauen wanderten nämlich beträchtliche masovische Volksteile erst nach der für den Deutschen Ritterorden unglücklichen Schlacht von Tannenberg vom Jahre 1410 ein. Diese Niederlage führte zum 2. Thorner Frieden von 1466, in dem der Orden das westpreußische Gebiet als polnisches Lehen anerkennen musste. Die Folge beider Ereignisse war eine stärkere Einwanderung aus den angrenzenden Gebieten in die altpreußischen Gebietsteile, aus denen der Orden machtmäßig zurückgedrängt war. Mit der Einwanderung jener Zeit werden vermutlich auch unse-re Vorfahren Gusowski aus dem benachbarten zu Polen gehörigen Masovien - also nach 1410 - in den Südteil von Ostpreußen gelangt sein. Diese Annahme hat deshalb viel für sich, weil Altpreußen schon in Friedenszeiten wegen seiner besseren Lebensbedingungen stets ein begehrtes Einwanderungsland für die in Polen lebende Bevölkerung darstellte. Wegen dieser stärkeren Durchsetzung d.Südteils von Ostpreußen mit Masoviern zu jener Zeit ist auch später - aber erst von 1800 ab - für diese südliche Landschaft Ostpreußens die Bezeichnung Masuren aufgekommen.Die obige auf den angegebenen geschichtlichen Ereignissen beruhende allgemeine Vermutung gewinnt noch da-durch an Glaubhaftigkeit, dass entsprechend der mündlichen Überlieferung über unsere Abstammung aus polni-schem Adel in dem unmittelbar angrenzenden zu Polen gehörigen Masovien Adelsfamilien mit dem Namen Gu-zowski - gesprochen Gusowski - sich tatsächlich nachweisen lassen. Vor allem kommt hier die Familie Guzowski in Frage, die den Beinamen Uchacz führt; sie gehört zu dem Wappenstamm Jastrebiec und stammt aus der Woi-wodschaft Plock (Schröttersburg), Kreis Sierps (Schierps). Nach dem Werk Herbacz Polski von Niesiecki Bd. II S.164 haben diesem Geschlecht schon seit alten Zeiten die Güter Guzow oder Guzy und Badzyno oder Bondzyn, beide im Kreis Sierps (Schierps) gelegen, gehört. Die Lage von Bondzyn ist heute noch bekannt. Dieser Ort - heute ein Dorf - liegt am Soldaufluss, südlich Lautenburg in Westpreußen, hart an der alten Reichsgrenze, nur6 km Luftlinie von ihr entfernt. Dagegen ist ein Ort Guzow im Kreise Sierps heute nicht mehr zu ermitteln. Viel-leicht ist das Nachbardorf von Bondzyn namens Osowka aus dem ehemaligen Gut Guzow entstanden.

Dass Ortsbezeichnungen gewisse Namensabwandlungen im Laufe der Jahrhunderte erfahren können, ist eine durchaus geläufige Erscheinung. So könnte das Gut Gusow sich in das Dorf Gusowka (zu ergänzen: derewu-ja=Gusowskisches Dorf) - Usowka - Osowka sehr wohl zunächst nach dem Klang für das Ohr und später auch in der Schreibweise gewandelt haben.

Da in diesen in Gusow und Bondzyn lebenden Gusowskis in dem oben erwähnten polnischen Adelskalender be-richtet wird, dass sie in der preußischen Armee - allerdings zeitlich viel später, 1764, also nach der Zeit des Ober-försters Otto Friedrich Gusovius aus Schnecken - gedient haben und Preußen huldigten, besteht eine hohe Wahr-scheinlichkeit, dass unsere Familie Gusovius aus dem Geschlecht der Uchacz-Gusowski hervorgegangen ist, das einstmals seinen Stammsitz Gusow in Masovien, also Polen in unmittelbarer Nähe der alten ostpreußischen Reichsgrenze gehabt hat.Diese Gusowskis waren, was hier noch als interessant erwähnt werden mag, ein altes angesehenes Adelsge-schlecht. Es war mit dem bekannten Geschlecht Leszczynski hervorgegangen ist, durch Heirat eng verbunden. Der Raum, dem unsere Familie entstammt, wirft damit sofort die weitere Frage nach ihrer blutmäßigen Abstammung und ihrer Volkszugehörigkeit auf. Dass die Blutströme einem ständigen Wandel im Laufe mehrerer Jahrhunderte unterworfen waren, läßt sich aus unserer Familiengeschichte klar ablesen. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass ursprünglich - wohl vor 1410 - unsere völkische Wurzel in das benachbarte Polen hinüberreicht und dass wir da-mals Masovier gewesen sein werden, zu einer Zeit, als die Masovier etwa von 1207 bis 1528 noch einen der Teil-staaten bildeten, die später unter der Krone Polens zu einem neuen Staatengebilde zusammengefasst wurden. Die Masovier, soweit sie im Flussgebiet des Narew bis Warschau hin siedelten, sind im Laufe der Jahrhunderte sogar das Kernvolk Polens geworden. Einen anderen völkischen Weg haben die Masovier eingeschlagen, die wie unsere Vorfahren aus Masovien auswanderten und in dem benachbarten Preußen sich niederließen. In unserem Altpreu-ßen siedelten vor 450 Jahren eine Reihe ganz verschiedener Volksteile friedlich nebeneinander und miteinander. Nationalitätenfragen spielten zu jener Zeit noch keine Rolle. Zu den vom Ritterorden überwundenen Preußen, die in ihrer Heimat verblieben waren, waren zahlreiche deutsche Siedler aus Nieder- und Mitteldeutschland in das Land gekommen. In den Nordteil von Ostpreußen, das Memelland, waren Kuren aus dem lettisch gewordenen Kurland und vor allem Littauer eingewandert. Im südlichen Teil der Provinz hatten sich Masovier in größerer Zahl als Zuwanderer aus Polen niedergelassen. Bei der großen Toleranz Preußens nicht nur auf nationalem, sondern auch konfessionellem Gebiet hatten später noch die ihres Glaubens wegen vertriebenen Hugenotten und Salzbur-ger, französische und österreichische Protestanten, letztere in besonders großer Zahl, eine Zuflucht im Preußenlan-de gefunden. Alle diese Volksteile mit verschiedenartigen Blutströmen haben sich dann durch Heirat im Laufe von vier Jahrhunderten so stark vermischt, dass aus ihnen ein neuer Volksstamm, der Ost- und Westpreußen, entstan-den ist. Es ist ein einheitlicher Menschenschlag, der seine besonderen Merkmale aufweist. Die Stammeseigenart tut sich kund in einem kräftigen, widerstandsfähigen Menschentyp mit besonderer, breiten Aussprache und nur für diesen Raum geltenden, neu geprägten Wortbildungen. In ihrer Sinnesart heben sie sich von anderen deutschen Stämmen dadurch ab, dass bei ihnen die Wortkargheit, der Arbeitswille, die Zuverlässigkeit, die natur- und Gott-verbundenheit, ebenso die Heimat- und Staatstreue stärker als bei anderen deutschen Volksgruppen ausgeprägt ist. Infolgedessen waren sie auch im allgemeinen tüchtige und zuverlässige Arbeiter und hervorragende Soldaten. Auch so manche tiefgründige Wissenschaftler und Forscher von anerkanntem Ruf sind aus ihren Reihen hervorge-gangen.Wenn wir uns die masurische Volksgruppe noch nährer ansehen, weil wir aus ihr hervorgegangen sind, da unsere Vorfahren zu Beginn unserer Familiengeschichte in Masuren gewohnt, ursprünglich einen masurischen Namen geführt, auch die masurische Sprache noch bis in das 17. Jahrhundert hinein, besonders als Pfarrer bei den Predig-ten verwenden konnten, so scheint es, weil bis in die Gegenwarthinein, die Wolkszugehörigkeit der Masuren noch umstritten ist, notwendig hierzu noch einige grundsätzliche Ausführungen zu machen.Grundfalsch wäre es, die Masuren den Polen gleichzusetzen. Nur die masurische und die polnische Sprache sind miteinander verwandt. Selbst die Sprachunterschiede waren so groß, dass eine Verständigung zwischen einem Masuren und einem Polen nicht immer gelang, - solange die masurische Sprache noch d. h. von der älteren Gene-ration bis etwa 1914 - dann aber auch nur vereinzelt zu Hause und nicht mehr in der Öffentlichkeit gesprochen wurde. Von der jüngeren Masurengeneration nach 1918 wurde die masurische Sprache überhaupt nicht mehr ver-standen. Die wesentlichen Stammverschiedenheiten zwischen den Masuren und den Polen bestanden vor allem in ihrem konfessionellen und nationalen Gegensatz. Die Masuren waren treue Anhänger der evangelischen Kirche, während die Polen ebenso überzeugt für ihren katholischen Glauben eintraten.Weshalb bei den Masuren - das gleiche gilt im übrigen auch für die nach Ostpreußen eingewanderten Litauer - der politische Wille dahin ging, der Volkszugehörigkeit nach als Preußen anerkannt zu werden, soll auch noch ver-ständlich gemacht werden; es war die Anziehungskraft, die Preußen durch seine überragende Staatsführung aufseine Nachbarvölker ausübte. Die Grundsätze der Staatsführung waren Ordnung und Gerechtigkeit, Arbeit und Sparsamkeit, Toleranz und Frömmigkeit, Pflichterfüllung und Staatstreue. Durch eine nach solchen Grundsätzen geführte vorbildliche Staatsführung wurden alle fremden Volksteile wirtschaftlich zufriedengestellt und im Laufe der Zeit auch sprachlich ohne den geringsten Zwang dem Deutschtum gewonnen. Wenn in Familienurkunden, wie den Matrikeln der Universität Königsberg sich Zusätze wie z. B. bei Michael Gusovius (1638) befinden, er sei ein "Polonus" gewesen, oder der kgl. Feldjäger Otto Ferdinand Gusovius (1790) stamme aus "Litauen" so ist damit, wie jetzt wohl verständlich sein wird, nichts über die Volkszugehörigkeit dieser beiden Vorfahren ausgesagt. Die Hinweise bedeuten nur, dass sie aus jenen Gebietsteilen Ostpreußens stammen, die zu jener Zeit, wie aus Land-karten um 1700 entnommen werden kann, verwaltungsmäßig als "Der litauische Kreis" oder "Der polnische Kreis", - es gab damals auch einen "Nataugischen Kreis" - bezeichnet wurden.Da dieselben Vorfahren in anderen Matrikeln als "Borossus" oder "Prussus" bezeichnet werden, ist hieraus nur zu entnehmen, welche geringe Bedeu-tung damals die Volkszugehörigkeitsfrage spielte und zwar allein deshalb, weil alle in Ostpreußen siedelnden Volksteile, auch die fremdartigen sich als Preußen fühlten. Zu welchen unrichtigen Folgerungen die großzügige Einstellung Preußens zur Führung der alten Personennamen, auch der Ortsnamen und er Bezeichnung von Ver-waltungsbezirken später beim Aufkommen des Nationalitätenprinzips propagandistisch vom Ausland zum Nach-teil Preußen-Deutschlands ausgenutzt werden würde, konnte damals niemand ahnen.

Der Name Gusovius

Wir schreiben unseren Namen Gusovius mit einem "v", früher, bis 1914, noch mit einem langen "S" in der Mitte, das seither in der Rechtschreibung nicht mehr gebräuchlich ist. Mag selbst in öffentlichen Urkunden älteren oder neueren Datums unser Name mit einem kurzen "s" in der Mitte oder mit einem "w" geschrieben sein, so handelt es sich dennoch stets um Glieder derselben Familie. Da die Träger unseres Namens stets blutmäßig miteinander ver-bunden sind, - das dürfte auch für die erst 1946 bekannt gewordene Litauische Linie zutreffen, wenn hierfür auch der urkundliche Beweis noch fehlt, - ist unser Namensverband zugleich ein Bluts- oder Familienverband.Keine Verwandtschaft besteht dagegen mit Trägern ähnlich klingender Namen, wie Gisewius oder Gudovius. Dadurch, dass unser Name nur einmal vertreten ist, wird die Familienforschung wesentlich erleichtert.Dass wir früher, wie es die mündliche Überlieferung besagt, den Namen Gusowski geführt haben und dass diese mündliche Überlieferung an Hand gefundener Urkunden sich als richtig erwiesen hat, ist schon zuvor dargelegt worden; ebenso dass die Schreibweise wechselt und der frühere Name mit Gusovski, Guzewski und Gusewski in der Presbyterologie von Quandt angegeben ist. Die wechselnde Schreibweise ist darauf zurückzuführen, dass in der slawischen Sprache das "z" meistens wie ein "s" ausgesprochen wird. Folgt dagegen auf das "z" der Vokal "e", so wird das "z" oftmals wie ein "j" (in Journal) ausgesprochen und das "e" wandelt sich bei der Aussprache in ein "o": Guzewski = Gujowski. Richtig ist es auch, dass der früher geführte Name ein "w", weil es zum Wortstamm gehört, aufweist, während bei der Latinisierung des Namens dieses "w" besser in ein "v" verwandelt wird, da in der lateinischen Sprache ein "w" mitten im Wort kaum gebräuchlich ist.Bei den Eintragungen von Quandt wird man vielleicht vermissen, dass dem früher geführten Namen Guzewski, bzw. Gusowski nicht das Adelsprädikat "von" vorgesetzt ist. Dieses Fehlen des Adelsprädikats ist aber gleichfalls richtig; denn bei dem in Polen registrierten Adel gibt es den in Deutschland üblichen Zusatz de "von" nicht. Wer zum polnischen Adel gehört, ist seiner Zeit durch Aufnahme in den polnischen Adelskalender festgelegt worden. Dadurch sind die Adelsfamilien den Polen als solche allgemein bekannt. Da diese Kenntnis jedoch außerhalb Po-lens nicht vorhanden ist, pflegten Edelleute aus Polen, um ihren Adel auch im Auslande zu dokumentieren, ihren Namen in Deutschland das hier übliche Adelsprädikat "von" vorzusetzen. Hiervon haben unsere Vorfahren wohl deshalb abgesehen, weil sie ihren Namen ja nicht unverändert weiterführen, sondern mit der Latinisierung gleich-zeitig eine Namensänderung - sei es auch nur in der Endsilbe - vorgenommen haben.Die Träger unseres alten Namens Gusowski sind in recht großer Zahl in Masuren zu allen Zeiten von etwa 1400 an bis zur Gegenwart anzutreffen. In dem Dorf Muntinen des Kreises Sensburg - in letzter Zeit auch Moythienen geschrieben, das nicht mit dem gleichnamigen Ort bei Kobulten, Kirchspiel Pfaffendorf zu verwechseln ist und das als Wohnplatz früherer Familienmitglieder nicht in Betracht kommt, - haben Träger des Namens Gusovius und Gusowski sogar zur gleichen Zeit von 1659 bis 1710 und im gleichen Dorf zusammen gewohnt. Es kann mit Si-cherheit angenommen werden, dass eine entfernte Verwandtschaft zwischen beiden Familien besteht, selbst wenn die betreffenden Familien damals sich dessen vielleicht nicht bewusst gewesen sind. Denn die Namensabweichung in der Endsilbe ist doch nur darauf zurückzuführen, dass damals nur einige Vorfahren die Latinisierung um 1600 durchführten, während die anderen Familien ihren ursprünglichen Namen beibehielten.Welchen Sinn der in beiden Namen enthaltene gleiche Wortstamm haben kann, darüber sind bisher oft Erwägung angestellt worden, ohne dass sie zu einem klaren und befriedigenden Ergebnis geführt haben. Manche Familienan-gehörige glaubten, den Wortstamm unseres Namens mit dem überkommenen Wappen in Verbindung bringen zu können, weil dieses ihrer Meinung nach zwei Gänse - und nicht zwei Schwäne - aufweise und weil auch wir die Gänse mit "Guse", wie aus der Wendung "Guse, Guse, Gänschen", ansprechen. Diese Annahme ist aber inmehrfacher Hinsicht nicht richtig. Zunächst wäre darauf hinzuweisen, dass die Gans im Polnischen, wie auch oft angenommen wird, gar nicht "gus" heißt, sondern "ges" - gesprochen "gensch". Ferner läßt sich - was im nächsten Abschnitt über das Wappen dargestellt werden soll, nachweisen, dass unsere Familie schon ihren Namen trug, als sie ein ganz anderes Wappen, die Hausmarke mit dem Baumstamm führte. Der Name ist danach älter als das an-gebliche Gänsewappen und kann daher auch nicht von dem Wappen entlehnt sein.

Nachdem mit Sicherheit angenommen werden kann, dass unsere Familie aus dem Geschlecht Uchacz-Gusowski hervorgegangen ist, von dem berichtet wird, dass es seinem Namen den Zusatz aus Guzow stammend (= Gusows-ki) stets hinzuzufügen pflegte, kann die Frage nach der Bedeutung des Wortstammes unseres Namens ohne Zwei-fel als dahin geklärt betrachtet werden, dass der Wortstamm den Herkunftsort unserer Familie bezeichnet. Der Name weist also auf den Stammsitz unserer Familie, den Ort Guzow hin.

Was aber das Wort Guzow selbst bedeutet, soll auch noch aufgeklärt werden. Dass es sich hierbei um einen Wort-stamm slawischen Ursprungs handeln kann, dürfte nach allem einem Zweifel wohl nicht unterliegen. Da in der russischen Sprache "gus" die Gans, "gusi" die Gänse und "Gusow" der Gänse heißt, wird man auch den Wort-stamm entsprechend deuten müssen. Der Name Gusowski ist demnach, da es sich um einen Adeligen handelt, in "Herr von Gusow" oder bei restloser Verdeutschung in "Herr vom (oder aus dem) Ort der Gänse" und bei freier sinngemäßer Übertragung in "Herr von Gänsegut" zu übersetzen.Bei dieser Deutung kann vielleicht der Hinweis auf die russische sprachliche Verwandtschaft überraschen. Dass solche Zusammenhänge bestehen können, wird durch eine Eintragung im Deutschen Stamm- und Wappenbuch von Siebmacher bei dem Adel der Ostseeprovinzen bestätigt. Hier ist ein A. v. Guzewski (= v. Gusewski) als Staatsrath und Chef der I. Abteilung des Kameralhofes in Mitau 1894 erwähnt. Gleichzeitig ist gesagt, dass eine Familie von Guzowski, die zum immatrikulierten Russischen Adel gehört, das polnische Stammwappen Jastrze-biec führt. Danach werden Träger des Namens von Guzewski von Polen aus wohl auch noch in das zu Rußland gehörige Gebiet von Kurland seiner Zeit gewandert sein. Ob etwa die Familie von Guzowski kein echter Sproß des Landes Polen, sondern in alten Zeiten auch erst nach Masovien aus dem weiten russischen Raume - also nach Polen eingewandert ist, bleibt eine offene Frage.Für die ursprüngliche russische Abstammung der in Polen zahlreich vertretenen Familien mit dem alten Namen sprechen drei gewichtige Gründe: die Eintragung einer Familie von Guzowski im russischen Adelskalender, die Zugehörigkeit des Namenswortstammes Guzow zur russischen Sprache (gus russisch = Gans, dagegen ges = pol-nisch die Gans) und das Vorkommen russischer Familien mit gleichen Namen noch heute in der Gegenwart. Es sei nur auf zwei prominente Vertreter unserer Zeit, die gebürtige Russen sind, hingewiesen: die bekannte Tanzpäd-agogin und Balettmeisterin Tatjana Gsowski (das im Wort fehlende "u" ist verschluckt) und den Sowjetbotschafter Fjodor Gusow, der seit 1945 als Ostseeexperte in Stockholm tätig war. Die hier aufgeworfene Frage wird, zumal ihre Aufklärung weit in die Vergangenheit zurückreicht, wohl nur von einem Slawisten zutreffend beantwortet werden können.Die Vermutung, dass unser Name etwas mit Gänsen zu tun habe, ist also an sich schon richtig. Die Bedeutung darf nur nicht aus dem Wappen hergeleitet werden; sie hat vielmehr nach dem Stammsitz unserer Familie, dem Ort Gusow, zu erfolgen. Dieser Ort hat seinerzeit seine Bezeichnung wohl deshalb erhalten, weil es in ihm - wie über-haupt in Polen - besonders viele Gänse gegeben haben wird. Aus dem Ortsnamen ist also unser Familienname ursprünglich entstanden und später dann noch latinisiert worden. Abschließend sei noch bemerkt, dass der Name Gusow als Ortsbezeichnung recht oft vor allem in Polen anzutreffen ist. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Adelsgeschlecht der Gusowski, wie aus polnischen Chroniken hervorgeht, sich als Kolonisator von Ortschaften stark betätigt hat. Über 60 Ortschaften in Polen weisen diesen Namen in Verbindung mit Zusätzen nach polni-schen Gemeindeverzeichnissen auf. Am bekanntesten unter den polnischen Ortschaften mit diesem Namen dürfte wohl die Eisenbahnstation Ruda Gusowska westlich von Warschau sein. Sie liegt an der Warschau-Wiener Strek-ke. Aber auch in Deutschland gibt es einen Eisenbahnknotenpunkt Gusow ostwärts Berlin. Irgendwelche Bezie-hungen unserer Familie zu diesem Ort in Deutschland bestehen aber nicht. Ob seine Gründung auch auf einen Gusowski zurückzuführen ist, bedarf noch der Aufklärung, wäre aber an sich durchaus interessant. Der älteste Ort dieses Namens scheint der Stammsitz der Gusowskis im Kreis Sierps gewesen zu sein. Da dorthin die Verbin-dungslinien von unserer Familie aus verlaufen, ist dieser Ort Gusow auch als Herkunftsort unserer Familie aus den zuvor schon dargelegten Gründen anzusehen.Wo der Stammsitz der Gusowskis im Kreise Schierps gelegen hat, darüber gibt keine Chronik zur Zeit irgendeine Kunde. Es kann nur vermutet werden, dass die beiden Güter des Ahnherren der Gusowski Bondzyn und Gusow benachbart gewesen sein werden, wie dies aus Gründen einer bes-seren Bewirtschaftung auch sonst sehr oft der Fall war. Da der Ort Osowka an Bondzyn angrenzt, spricht eine gewisse Vermutung dafür, dass aus dem Stammsitz Gusow das Dorf Osowka entstanden sein wird. Vielleicht könnte eine Ortschronik von Osowka die Richtigkeit einer solchen Vermutung bestätigen.

WappenDie Ältere Baranner LinieDas Wappen, das die bürgerlichen Familien der Baranner älteren Linie führen, ist auf die jetzt lebende Generation dadurch überkommen, dass Siegelringe mit seiner Darstellung sich durch viele Geschlechter hindurch vom Vater auf den Sohn vererbt haben. Es ist das links dargestellte alte Schwanenwappen, das zwei sich gegenüberstehende - nicht schwimmende - Schwäne zeigt. Das alte Wappen ist als Siegelabdruck auf mehreren Briefen, die der Stammvater aller Familienangehörigen, der Oberförster Otto Friedrich an seinen Sohn Otto Ferdinand gerichtet hat, vorhanden; erstmalig ist es auf einem Brief aus dem Jahre 1790 zu finden. Es läßt sich damit einwandfrei als ein bereits seit 1790 in unserer Familie geführtes Wappen nachweisen. Auch das Petschaft, das unser Ahn Otto Friedrich geführt hat, war noch bis 1945 vorhanden; es befand sich bis zu jener Zeit im Besitz des Baumeisters Oskar Gusovius, der in Königsberg kurz nach der Besetzung durch die Russen verhungert ist.Es ist im vorigen Abschnitt bereits dargelegt worden, dass die Wappentiere nicht Gänse zu sein brauchen, wie viele dies aus dem Wortstamm unseres jetzigen und früheren Namens irrtümlicherweise glaubten ableiten zu kön-nen. Die Wappentiere können demnach auch Schwäne sein. Zur Klärung dieser Zweifelsfrage sind hier Abbildun-gen von Siegelabdrücken und Wappen beigefügt. Zunächst sei vorweg bemerkt, dass es sich um verschiedene handelt, bei denen die Abweichungen allerdings nur so gering sind, dass man annehmen könnte, sie stammen beide von demselben Petschaft. Eine eingehende Betrachtung beider Bilder lässt einen wuchtigen Körperbau bei-der Wappentiere, eine besondere Länge und nur für Schwäne typische Haltung des Halses und auch die Einnahme einer Kampfstellung beider Tiere gegeneinander erkennen, wie sie nur Schwänen, niemals aber Gänsen zu eigen ist. Da in jedem der obigen Merkmale Schwäne von Gänsen wesentlich voneinander abweichen, kann die alte Zweifelsfrage hinsichtlich der Wappentiere nach den vorgefundenen ältesten Siegelabdrücken wohl nur dahin beantwortet werden, dass es Schwäne und nicht Gänse sein werden.Die Feststellung, dass unser Urahn Otto Friedrich bereits um 1790 das Schwanenwappen geführt hat, ist deshalb von Bedeutung, weil von Familienmitgliedern der jüngeren Pomorzer Linie - auch manchen des geadelten Augke-ner Zweiges - zuweilen angenommen wird, dass das von ihnen geführte Wappen mit dem Jagdhorn und dem wachsenden Hirsch sich bis auf Otto Friedrich, also die Zeit um 1790 zurückführen lasse. Dass diese Vermutung nicht richtig ist und andere Gründe zur Ablehnung des Schwanenwappens und Einführung eines neuen Wappens mit dem Jagdhorn und dem Hirsch für diesen Familien-zweig geführt haben, soll weiter unten noch dargelegt werden. Aus der Zeit vor 1790 konnte im übrigen noch ein rund 150 Jahre älterer Siegelabdruck aufgefunden werden; er befindet sich auf zwei Grundstücksverschreibungen aus dem Jahre 1638. Beide Abdrücke geben einen einwandfreien Aufschluss darüber, welches Siegel der älteste urkundlich nachweisbare Urahn unserer Familie Petrus Gusovius einstmals geführt hat. Dieses Siegel stellt einen Baumstamm mit gekappten Ästen dar, zu dessen beiden Seiten sich die Anfangsbuchstaben des Petrus Gusovius befinden. Darunter steht die Namensunterschrift "Petrus Gusovius pastor Aweydi". Dieser Siegelabdruck weist - auffallenderweise - nicht die geringste Übereinstimmung mit dem alten Schwanenwappen, wie man zunächst ver-muten möchte, auf. Daraus kann gefolgert werden, dass sich unser Stammvater Otto Friedrich das Schwanenwap-pen wahrscheinlich erst nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges, als ihm die Oberförsterstelle in Schnecken verliehen wurde und er als Amtsperson ein Siegel führen musste, zugelegt haben wird. Aus der Tatsache, dass unsere Familie vorher ein anderes Wappen - richtiger eine andere Hausmarke - geführt hat, geht hervor, dass der Name mit dem Wappen nichts zu tun hat. Denn den Namen Gusovius (Guzewski) hatte die Familie schon lange - mindestens seit 1638 - ehe sie das Schwanenwappen - etwa 1765 - annahm.Sehr leicht kann auch der Gedanke aufkommen, dass das alte Schwanenwappen vielleicht das Wappen der Familie von Gusowski gewesen sein könnte. Anlass hierzu könnte die fünfzackige Adelskrone über dem alten Schwanen-wappen sein. Diese Vermutung lässt sich aber als nicht zutreffend nachweisen; sie wird einmal schon durch die Tatsache, dass die Familie Gusovius von 1638 ab bis zur Annahme des alten Schwanenwappens um 1765 ein anderes Siegel - die Hausmarke mit dem Baumstamm - geführt hat, als nicht zutreffend widerlegt.Außerdem lässt sich feststellen, welches Wappen die Träger des Namens Guzewski geführt haben. Nach Zernicki-Szeliga: "Der Polnische Adel und die demselben hinzugetretenen andersländischen Adelsfamilien" hat die Familie Guzowski vom Wappenstamme Jastrzebiec aus der Wojwodschaft Plock, Kreis Sierps mit dem Beinamen Uchacz ein silbernes Hufeisen, nach oben geöffnet, innerhalb desselben ein goldenes Kavalierkreuz im blauen Felde als Wappen geführt.Eine andere Familie guzowski, die nicht als Vorgänger unserer Familie in Betracht kommt, da sie aus dem fern abgelegenen Land Lublin stammt, hat das Wappen Doliwa geführt: im blauen Feld einen silbernen linken Scräg-balken mit drei roten vierblättrigen Rosen.Da beide Wappen der Familien Guzowski in keiner Weise mit den ältesten Wappensiegeln unserer Familie und zwar weder dem Baumstammsiegel - noch dem alten Schwanenwappen - übereinstimmen, findet der bereits sehr weitgehend geführte Nachweis, dass unsere Familie wegen des gleichen Wortstammes höchstwahrscheinlich dem

Adelsgeschlecht Gusowski entstammen wird, von der Wappenseite aus keine weitere Stütze. Über die symboli-sche Bedeutung des alten Schwanenwappens liegen irgendwelche Angaben aus älterer Zeit nicht vor. Aus welchen Gründen also unser Ahn die beiden Schwäne als Schildfiguren mit dem unsymmetrisch um den Schild gelagerten Beizeichen eines Hirsches, eines Adelsbriefes und einer Rangkrone gewählt hat, oder wie er sonst zu diesem Wappen gekommen ist, bleibt verborgen. Es kann nur vermutet werden, dass unser Stammvater Otto Friedrich dieses Wappen besonders zugesagt haben wird, wofür sich gute Gründe anführen lassen. Die Adelskrone und der Adelsbrief erinnern an die Abstammung unserer Familie aus einem adeligen Geschlecht. Das diese Erinnerung bei unserem Stammvater wegen des viel geringeren Zeitabstandes seit der Namensänderung - es waren damals erst rund 150 Jahre verstrichen - noch besonders lebendig gewesen sein wird, darf mit Sicherheit angenommen werden. Die Schwäne sollen wohl auf unsere Herkunft aus Masovien, das "Land der 1000 Seen" hinweisen, in denen diese stolzen Vögel selbst zu unserer Zeit noch anzutreffen und für diese Landschaft geradezu charakteristisch waren. Dem Hirsch hat zu allen Zeiten die Passion eines Jägers und Forstmannes gegolten. Mit gutem Grund dürfen wir daher annehmen, dass unser Stammvater, Otto Friedrich, das alte Schwanenwappen sich deshalb erwählt hat, weil es in allen seinen Symbolen der Tradition seiner Familie und seinem eigenen Lebensberuf am vollkommensten entsprach.

Welche Farben das alte Wappen hat, ist nicht bekannt. Einige farbige Darstellungen aus jüngster Zeit wiesen als Grundfarbe rot und silber auf. Als der Entwurf eines neuen Wappens notwendig wurde, weil das alte den Grund-sätzen der Heraldik nicht entsprach, da es keinen Helm, keine Helmdecken, dagegen in dieser Zusammenstellung die sonst nicht übliche Rangkrone aufwies und aus allen diesen Gründen nicht eintragungsfähig war, hatte der Heraldiker hinsichtlich der Farben freie Hand. Von dem bekannten Heraldiker v. d. Oelsnitz - Königsberg ist das rechts abgebildete Wappen als Fortbildung des alten Schwanenwappens neu entworfen worden. Von ihm sind in Anlehnung an farbige Wappendarstellungen aus jüngster Zeit für den Schild die bisherigen Farben unter Beach-tung der Grundsätze der Heraldik ausgewählt worden. Das neue Wappen zeigt demnach im roten Felde auf grü-nem Boden zwei einander zugewandte, schwarz bewehrte silberne Schwäne. Auf dem rot-silbern bewulsteten Helm mit rot-silbernen Decken befinden sich als Helmzier zwei fünfendige rote Hischstangen.Dieses sogenannte neue Schwanenwappen ist in die "Deutsche Wappenrolle bürgerlicher Geschlechter" am 5.1.1940 unter 1279/40 auf den Namen des Verfassers eingetragen worden. Seine Eintragung war nur für eine bestimmte Person zulässig, für die ganze Sippe aus formalen Gründen also von vornherein nicht möglich. Der Annahme des neuen Wappens durch Familienangehörige steht jedoch nichts im Wege; hierzu ist nur die Geneh-migung des "Wappenherrn" erforderlich. Es ist dieses die Person, zu deren Gunsten die Eintragung in die Wappen-rolle erfolgt ist. Diese Genehmigung wird hiermit bereits erteilt, weil das Interesse des Familienverbandes dahin geht, seine enge Verbundenheit nicht nur durch die Führung des gleichen Namens, sondern auch noch durch die Führung des gleichen Wappens zu bekunden.Wenn auch den meisten Familienangehörigen das Wappen in alter Darstellung ein Gegenstand besonderer Vereh-rung gewesen sein wird, so war dennoch seine Neugestaltung unvermeidbar, schon um seine Eintragung zu errei-chen. Der Übergang zum neuen Entwurf des alten Wappens wird dadurch besonders erleichtert, dass das eigentli-che Wappen, der Wappenschild, im alten wie im neuen Wappen vollkommen unverändert geblieben ist. Ob der Schild eckig und unten spitz oder oval ist, ist von untergeordneter Bedeutung. Nebensächlich ist es auch, ob der Tournierhelm von der Seite oder von vorne zu sehen ist und das Visier offen oder heruntergeklappt ist. Das gleiche gilt hinsichtlich der Helmdecke, die auch wesentlich einfacher gestaltet sein könnte und bei farbiger Darstellung nicht so viel rot aufzuweisen brauchte. Rückschauend wäre es vielleicht richtiger gewesen, als Grundfarbe die Farben blau-silber zu wählen, weil die silbernen Schwäne im blauen Felde noch besser als auf rotem Hintergrund wirken würden und auch die beiden Wappen der Familie Guzewski die blaue als Grundfarbe aufweisen. Vielleicht kann diese Verbesserung später einmal noch vorgenommen werden.Die Hirschstangen sind als Helmzier aus dem Grunde gewählt worden, weil das alte Schwanenwappen einen Hirsch als Beizeichen hatte. Es lag daher nahe, diese von jedem Jäger begehrte Trophäe, den edelsten Schmuck eines Hisches als Helmzier in das neue Wappen zu übernehmen. Ebensogut hätte auch ein wachsender Hirsch als Helmzier verwandt werden können, wie ihn die Wappen der jüngeren Pomorzer Linie oder der geadelten Augke-ner Linie aufweisen. Größere Bedeutung kommt hingegen der Frage zu, ob die Krone aus dem alten Weppen in das neue zu übernehmen war oder nicht. Da es sich um die Eintragung eines Wappens für eine bürgerliche Familie handelte und aus ihrer Übernahme vielleicht Schwierigkeiten bei der Eintragung in die Wappenrolle hätten entste-hen können, ist die Krone fortgelassen worden. Vielleicht wäre aber auch die Übernahme der Krone in das neue Wappen zugelassen worden, da das alte - nicht eingetragene - Wappen sie aufweist und unsere Familie höchst-wahrscheinlich einem Adelsgeschlecht entstammt. Die Eintragung in die Wappenrolle ist nicht starr. Gewisse Abänderungen des Wappens in Fragen von untergeordneter Bedeutung, zu denen aber wohl nicht die Übernahme der Krone und die Veränderung der Wappenfarbe gehören, können daher ohne weiteres vorgenommen werden. Wem das alte Wappen auf der Kartusche mit seinen Anklängen aus der Barockzeit mehr als das neue Schwanen-wappen zusagt, ist nicht daran gehindert, auch diese alte Formgestaltung weiter zu führen. Vor allem kann dieseForm bei der Verwendung auf Siegelringen sogar noch empfohlen werden, da die alte Ausführung auf einer so kleinen Fläche wie bei einem Siegelring den Wappenschild klarer zum Ausdruck bringt. Durch die Eintragung des Wappens in der neuen Form ist erreicht, dass unser Wappen nunmehr gegen Missbrauch durch andere Familien geschützt ist; es ist fortan nicht nur tatsächlich sondern rechtlich vererblich.

Die Jüngere Pomorzer Linie

Da von unserem Stammvater, dem Oberförster Otto Friedrich Gusovius aus Schnecken, der sich das Schwanen-wappen zugelegt hat, nicht nur die Ältere Baranner Linie, sondern auch die Jüngere Pomorzer Linie abstammt, sollte man annehmen, dass auch diese das Schwanenwappen führt. Das ist aber nicht so. Weder von Georg Wil-helm dem Oberförster in Pomorze noch seinem Sohne Georg, dem Gutsbesitzer von Dürwangen ist bekannt, ob sie überhaupt ein Wappen geführt haben. Auf den zahlreichen von Georg ausgestellten Urkunden ist jedenfalls ein Siegel nicht zu finden. Das Interesse für ein Wappen scheint demnach in der Jüngeren Linie zunächst verloren gegangen und erst in einer späteren Generation bei dem Enkel des Georg Wilhelm, dem Gutsbesitzer Emil Guso-vius aus Augken wenige Jahre vor seiner Nobilitierung wieder aufgekommen zu sein. Vor doe Frage gestellt, ob er das Schwanenwappen übernehmen solle, lässt er sich nach einem Brief des bekannten Historikers und Heraldikers Gallandi aus Königsberg vom 12.1.1894 von diesem dahin beraten, dass das Wappen "nach seiner Stylistik wohl aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts stamme und durch Diplom schwerlich verliehen sei, da der Helm fehle. Da der Ausdruck "Gusse" für Gans gebräuchlich sei, sei damit die Erklärung für die beiden Tierchen gegeben; das Wappen scheine demnach an den Familiennamen anzuschließen; es könneunbedenklich benützt werden. Zwei gleiche Tiere nebeneinander, noch dazu einander zugekehrt, seien in dieser Form heraldisch ganz ungebräuchlich". Diese ablehnende Stellungnahme hat Emil Gusovius offenbar veranlasst, sich für die Wahl eines vollkommen neuen Wappens zu entscheiden. Im Hinblick darauf, dass sowohl unser ge-meinsamer Stammvater als auch der Ahnherr der Jüngeren Pomorzer Linie Oberförster gewesen sind, hat Emil Gusovius sich offenbar Symbole de Jagd - das Jagdhorn und den Hirsch - als Wappenzeichen erwählt. Das Wap-pen zeigt im Schild in Rot ein goldenes Jagdhorn mit aufwärts verschlungenen goldenen Riemen. Auf dem ge-krönten Helm mit rotgoldenen Decken befindet sich ein wachsender Hirsch. Ob dieses Jagdhornwappen bald nach seiner Annahme 1894 eingetragen ist, ist nicht bekannt. Jetzt würde dieses Wappen nur noch von dem Berneiter Zweig der Jüngeren Pomorzer Linie, also zwei Familien geführt werden können.

Die geadelte Augkener Linie

Emil Gusovius, der erst 1894 für die jüngere Pomorzer Linie das vorstehend beschriebene Jagdhornwappen einge-führt hatte, wurde wenige Jahre darauf zur Jahrhundertwende 1900 in den erblichen Adelsstand erhoben. Aus diesem Anlass ist ihm das rechts dargestellte Wappen mit dem Jagdhorn verliehen worden; es weist die gleichen Symbole der Jagd wie das bürgerliche Wappen der Jüngeren Pomorzer Linie, jedoch in anderer Zusammenstellung auf: Das Adelswappen ist geteilt, oben in Gold ein wachsender Hirsch, unten in rot ein goldenes Jagdhorn mit aufwärts geschlungenem Riemen. Auf dem gekrönten Helm mit rotgoldenen Decken ein wachsender Hirsch, um dessen Hals das Jagdhorn an einem Riemen hängt. Vor der Verleihung dieses Horn-Hirsch-Wappens ist Emil von Gusovius über seine Wappenwünsche vom Heroldsamt befragt worden. Auch bei dieser Gelegenheit hat er sich von Gallandi erneut beraten lassen, dem er zu diesem Zwecke offenbar einen Siegelabdruck seines bisher geführ-ten Jagdhornwappens mit übersandt hatte. In seinem Antwortschreiben vom 13.01.1900 hat sich Gallandi gutacht-lich wie folgt geäußert: "Ein ganz ähnliches man kann sagen völlig gleiches Wappen sei am 22.09.1706 einem Rittergutsbesitzer Michael Weiß, dessen Großvater 1632 aus Böhmen kam, bei seiner Adelserneuerung bestätigt worden - wohl lange ausgestorben; sonst kenne er kein Wappen, das diesem erheblich gliche; ein Eingriff in frem-de Rechte sei also schwerlich zu befürchten. Das Gänsewappen werde ja wohl als Siegel von seiner Familie ein-mal gebraucht sein, habe aber jedenfalls viel weniger heraldischen Charakter als das Horn-Hirschwappen und mache daher den Eindruck einer Phantasiebildung. Daher rate er, dasselbe bei Seite zu lassen und bei dem sehr hübschen Siegelringe (mit dem Horn-Hirschwappen) zu bleiben." Diesem Rat Gallandis und auch dem gleichen von Emil von Gusovius vorgetragenen Wunsche folgend ist dann die Verleihung des Adelswappens erfolgt. Das Adelswappen stellt demnach offensichtlich eine Fortbildung des wenige Jahre vor 1900 angenommenen bürgerli-chen Jagdhornwappens der Jüngeren Pomorzer Linie dar.

Glaubensbekenntnis

Seit dem Auftauchen unserer Familie in Ostpreußen um 1580, also fast seit der Zeit der Reformation, gehören alle unsere Familienmitglieder dem evangelischen Glauben an. Diese Feststellung ist deshalb leicht zu treffen, weil gerade die ältesten Vorfahren in überwiegender Zahl Pfarrer an evangelischen Kirchen waren. Von den siebenGeistlichen aus ältester Zeit ist anzunehmen, dass auch sie zum Gelingen der Reformation in Ostpreußen ihren Anteil beigetragen haben werden. Manche sind für ihren evangelischen Glauben, wie Urkunden bezeugen, sogar recht kraftvoll eingetreten.

Gelinde Zweifel an der Richtigkeit obiger Feststellung, ob wirklich alles Seelsorger evangelischen Glaubens wa-ren, können beim lesen alter Urkunden aus dem Grunde manchmal auftauchen, weil bei einzelnen Vorfahren, so z. B. von Johannes (1629) gesagt ist, er wäre "Caplan" an der Kirche in Benkheim gewesen, Michael habe im "Je-suiter Collegio in Braunsberg" (um 1680) studiert, er wäre dann 1717 vom "Erzpriester" Schimmelpfennig intro-duciert; Samuel sei 1724 vom "Probst" Porst tendiert, dann 1725 vom "Erzpriester" Schütte in sein Amt einge-führt. Aus diesen für katholische Geistliche bis heute noch üblichen Amtsbezeichnungen darf man aber keinesfalls folgern, unsere Vorfahren hätten damals - sei es auch nur vorübergehend - vielleicht doch der katholischen Kirche angehört. Richtig ist vielmehr, dass diese Amtsbezeichnungen damals auch noch für evangelische Geistliche an-gewandt wurden. Erst in späterer Zeit sind dann von der evangelischen Kirche die heute üblichen, abweichenden Amtsbezeichnungen eingeführt worden, während in jüngster Zeit die Entwicklung wieder dahinzugehen scheint, auch manche Amtsbezeichnungen der katholischen Kirche, wie z. B. Bischof für evangelische Geistliche zu ver-wenden.Auch die nachfolgenden Generationen sind bis auf die Gegenwart hinein der evangelischen Kirche treu geblieben - mit nur zwei Ausnahmen: Otto und Oskar Gusovius von der Älteren Baranner Linie - zwei Brüder haben katholi-sche Frauen, zwei Schwestern - geehelicht. Aus diesem Grunde sind auch zunächst sämtliche Kinder katholisch getauft worden. Die Söhne sind allerdings später evangelisch konfirmiert worden. Die Enkel gehören heute infol-gedessen wieder der evangelischen Kirche an.Diese Abweichung ist aber zahlenmäßig so geringfügig und zeitlich von so kurzer Dauer, dass unser Familienver-band unbedenklich als ein rein evangelischer angesprochen werden darf. Diese Feststellung erscheint umsomehr deshalb berechtigt, weil in den auf die Reformation folgenden zwei Jahrhunderten manche Vorfahren sich als Geistliche für ihren protestantischen Glauben besonders stark eingesetzt haben. Auch die große Zahl der aus unserer Familie nach der Reformation hervorgegangenen Pfarrer, sieben an der Zahl, rechtfertigt schon diese Gesamt-beurteilung.Wenn auch nach 1800 niemand aus unserer Familie mehr Verkünder des Wortes Gottes geworden ist, so halten dennoch alle aus tiefem religiösen Gefühl an ihrem evangelischen Glauben fest.


Index
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  2. gw_v5_tour_2_title (1/7)

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  3. gw_v5_tour_3_title (2/7)

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  4. gw_v5_tour_3bis_title (2/7)

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  5. gw_v5_tour_4_title (3/7)

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  6. gw_v5_tour_5_title (4/7)

    gw_v5_tour_5_content

  7. gw_v5_tour_6_title (5/7)

    gw_v5_tour_6_content

  8. gw_v5_tour_8_title (6/7)

    gw_v5_tour_8_content

  9. gw_v5_tour_7_title (7/7)

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  10. gw_v5_tour_9_title

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