• Né en 1848 - Zielenzieg, Polen
  • Décédé le 7 juin 1921 - Scy-Chazelles, Lorraine, FRA , à l’âge de 73 ans
  • Zimmerer - Charpentier, techn. Zeichner, dann Architekt, kaiserl.Dombaumeister,

 Union(s)

 Notes

Notes individuelles


religion: ev - luthérien
Mitarbeiter des renommierten engischen Architekturbüros Georg Edmund Street
Konservator der Denkmalpflege in Lothringen und "Freund des Kaisers"
restauriert 1891 den Turm des 1315 von Louis XIII erbauten Forbacher Schlosses
erbaut 1895 im neogotischen Stil die sogenannte "Kaiserkirche" in Courzees-Chaussy bei Metz (2004 - 2006 restauriert)
Auf den Spuren von Paul Tornow
im Lothringer Land
Eine interessante Ausstellung mit regionalen
und lokalen Bezügen zu Schiffweiler!
– von Dr. Horst Wilhelm
Im Oktober wird in Schiffweiler unter dem Titel Paul Tornow und August Dujardin, Architekt und Bildhauer eine Ausstellung gezeigt, die den Besucher in die Zeit der deutschen Annexion von Elsass
und Lothringen nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 zurückführt. Sie fand, bereits im Mai erstmals in der Metzer Kathedrale gezeigt, wegen ihrer regionalen Bezüge, großes Interesse auf beiden Seiten der Grenze. Mit dieser Ausstellung wird der ehemalige kaiserliche Baumeister Paul Tornow mit all seinen Werken im damals von den Deutschen besetzten Lothringen auchin unserer Gemeinde vorgestellt. Verantwortlich für die Ausstellung zeichnen die Vereinigungen „Geschichte und Erbe Lothringens“und „Renaissance du vieux Metz et des Pays Lorraines“ untersaarländischer
Mitbeteiligung durch den Fernsehjournalisten Manfred Voltmer und den Nalbacher Heimatforscher Lothar Birk.
Die Ausstellung befasst sich mit der Baugeschichte der Metzer Kathedrale St. Étienne (St. Stephan) und mit der Entstehung zahlreicher Sakral- und Profanbauwerke, die nach dem deutsch-französischen Krieg von 1870/71 bis zum Ende der von den Lohringern „Reichszeit“ genannten Periode im Jahre 1919 im Lothringer Land entstanden sind. Eine zur Ausstellung publizierte Broschüre zählt neben 72 protestantischen und katholischen Kirchen und Gebäulichkeiten, darunter die Festungskirche Scy-Chazelles (1887), die „Kaiserkirche“ Courcelles-Chaussy (1805), das Westportalder Kathedrale Metz (1898), auch zahlreiche weitere Bauwerke auf, darunter der Turm des Schlossbergs zu Forbach (1891), das „Mathildenstift�oe, heute Hopital Belle-Isle in Jurue (1889) und das Deutsche Tor in Metz (1891).
Als kultur- und bauhistorisch bedeutsam waren die Restaurierung und die durch Kaiser Wilhelm I. veranlasste Umgestaltung der Westfassade der Metzer Kathedrale zwischen 1880 und 1885. Die
katholische Kirche hatte im 18. Jahrhundert bei einer ersten Umgestaltung durch den Architekten Blondel ein nicht zum Stil des neogotischen Bauwerkes passendes barockes Portal erhalten. Den
Auftrag für diese monumentale Arbeit erhielten der deutsche Architekt Paul Tornow und der französische Bildhauer August Dujardin. Ihnen gehört das Verdienst, die Kathedrale im Sinne einer
Stilbereinigung umgestaltet zu haben. Beide waren auch verantwortlich für Entwurf und Gestaltung der übrigen genannten Bauwerke.
G. Léonard, Mitautor der erwähnten Broschüre, berichtet über die Hintergründe: „Der Architekt und der Bildhauer, die diese wunderbare Restauration der Kathedrale und den Bau zahlreicher weiterer Monumente in der Moselregion realisiert haben, sind
Paul Tornow, ein protestantischer Deutscher und August Dujardin, ein katholischer Franzose. Beide sind sich 1871, nach der Annexion von Elsass und Lothringen, einer für unsere Geschichte so schmerzhaften Periode, begegnet.�oe Anlass hierzu gab die Entscheidung des deutschen Kaisers Wilhelm I. zum Bau von protestantischen Kirchen angesichts der Immigration von zumeist protestantischen Deutschen und zur Restaurierung der Metzer Kathedrale.
Die in der 47 Jahre dauernden Annexion von Elsass und Lothringen im lothringischen Moselland entstandenen Sakral bauten bilden ein großes gemeinsames französisch-deutsches Kulturerbe. Zu danken ist die Reichhaltigkeit dieser „ecclesiastischen“ Baukultur den beiden deutschen Kaisern Wilhelm I. und Wilhelm II. Als besonderes „Schmuckstück“ und Tornow’sches Meisterwerk gilt die in neogotischem Stil erbaute ehemalige „Kaiserkirche“ in Courcelles-Chaussy bei Metz, die Wilhelm II. für die dort lebenden Hugenotten-Nachfahren zwischen 1893 und 1895 erbauen ließ.
Der Saarländer Lothar Birk, Heimatforscher aus Nalbach, hat diesen mit der Zeit heruntergekommenen Bau in Eigenleistung mit diesen mit der Zeit heruntergekommenen Bau in Eigenleistung mitHilfe von Spenden zwischen 2004 und 2005 restauriert und damit den „kaiserlichen Baumeister�oe Paul Tornow wieder in Erinnerung gebracht (M. Voltmer, SZ).
Paul Tornow, „l‘ami du Kaiser�oe und seine Beziehung zum Saarland
Die Ausstellung in Schiffweiler gibt Gelegenheit, an die Zeit zwischen den beiden deutsch-französischen Kriegen von 1870/71 und 1914/18 zu erinnern und die Verbindung zu unserer Heimat, dem Saarland, deutlich zu machen. Die Präsentation vom 5. bis 28. Oktober im Sitzungssaal des Schiffweiler Rathauses gilt mit Paul Tornow einem Mann, der durch seine Verehelichung mit Anna-
Maria Voltmer, einer Schwester des späteren Redener Bergkapellmeisters Joseph Voltmer, besondere Bezüge auch zu unserer Gemeinde Schiffweiler schafft:
Das Ehepaar Tornow-Voltmer war öfter zu Gast in dessen Wohnung in der Johannisstr. 26 in Schiffweiler und möglicherweise auch bei Anna-Marias Nichte Adelheid Riehm in der damaligen
Landsweilerstraße 3, später Bahnhof- und heute Itzenplitz str. 5 (Haus Kirsch) in Heiligenwald, die 1901 den ältesten Sohn von Joseph Voltmer, den späteren Obersteiger der Grube Kohlwald,
Karl Voltmer, geheiratet hatte. (Siehe hierzu auch den Beitrag „Kurkonzert im Klinkenthal“ in der Augustausgabe und „Porträt Joseph Voltmer“ in dieser Ausgabe von „Unser Blättsche“ S. 7!)
Wer war Paul-Otto-Karl Tornow? Geboren 1848 als Sohn protestantischer Eltern im damals unter preußischer Verwaltung stehenden, heute zu Polen gehörenden Ort Zielenzieg, erlernte Paul Tornow das Zimmererhandwerk. Durch einen Arbeitsunfall verlor er die rechte Hand, was ihn zur Aufgabe des Berufes zwang. Da er trotz seines Handicaps ein talentierter Zeichner war, machte er eine Lehre
als technischer Zeichner und besuchte anschließend mit Erfolg die Königliche Akademie für Architektur Berlin. Auf zahlreichen Reisen lernte er in den Rheinlanden sowie in Frankreich, Holland und Belgien die mittelalterliche Baukunst kennen. Dabei fertigte er Federzeichnungen von 39 Bauwerken an, darunter die Kathedralen von Paris und Reims, durch die er bekannt und berühmtwurde.
Architekten kopierten seine Methode „nach Tornow Art“ zu zeichnen, die auch die kunstsinnige Königin Augusta von Preußen, Gemahlin von Kaiser Wilhelm I. und Mutter des Kronprinzen
Wilhelm von Preußen, beeindruckte.
Seit 1870 war Tornow Mitglied des renommierten Londoner Architekturbüros George Edmund Street, das sich besonders durch seine im neogotischen Stil geschaffenen Bauwerke bekannt wurde, beschäftigt. Dort war er an der Planung des neuen Justizpalastes beteiligt. Während dieses Aufenthaltes heiratete er 1871 in London-Whitechapel die 1847 in Oberfell/Mosel geborene
Anna Maria Voltmer, die er in Köln kennengelernt hatte. Im gleichen Jahr kehrte er nach Deutschland zurück. 1874 trat er als preußischer Beamter in „königliche Dienste“ und übernahm offiziell
die Aufgabe des kaiserlichen Dombaumeister von Metz und
gleichzeitig die eines Konservators, der für alle Bauwerke im damals von den Deutschen besetzten Lothringen zuständig war.
Bei seinen dienstlichen Kontakten zum Kaiserlichen Hofe begegnete Tornow dem jungen Thronfolger Wilhelm von Preußen, dem späteren Kaiser Wilhelm II., der wie er “einarmig“ war. Sein linker Arm
war seit Geburt gelähmt. Er soll zu Tornow, der trotz seines Handicaps so geschickt und begabt war, eine freundschaftliche Zuneigung entwickelt haben. Beide haben sich öfter in Metz und in
Courcelles-Chaussy, dem Ort, wo die ehemalige „Kaiserkirche�oe entstand, getroffen. Aus dieser Bekanntschaft mag das ehrende Attribut „Tornow, l’ami du Kaiser�oe entstanden sein.
1906 wurde Paul Tornow, gerade 58 Jahre alt geworden, all seiner Ämter enthoben und vorzeitig in
Pension geschickt. Er verlor seinen Job, angeblich wegen „finanzieller Veruntreuung�oe von Mitteln aus
der Dombauvereinskasse, Verschwendungssucht und Trunksucht. In Wirklichkeit hatte der
selbstherrliche Kaiser Wilhelm II in ihm, dem ehemaligen Freund, schließlich einen Gegner seiner
imperialen Vorstellungen und Absichten gesehen, indem er den zahlreichen, wenig durchdachten
Plänen seines Herrn und Kaisers, der nach dem Viktorianischen ein Wilhelminisches Zeitalter in der
Architektur begründen und einen restaurativen Stilwechsel zum romanisch-germanischen Stil der Hohenstauffen – Zeit durchsetzen wollte. Tornow hatte mehrfach – und sicher jetzt einmal zu oft, seinem Kaiser die Stirn geboten und musste deshalb – so wie früher schon von Moltke und Bismarck – gehen. Sie hatten mit ihrem jeweiligen hervorragenden Ruf und ihren Erfolgen auf unterschiedlichen Feldern einen „zu großen Schatten auf den Kaiser“ geworfen. (Hilbold u.a., S. 48).
Tornow ließ sich nach seiner „Abberufung“ 1906 in Scy-Chazelles in Sichtweite der von ihm restaurierten romanischen romanischen Kastellkirche im Metzer Festungsgürtel nieder.
Er starb 73-jährig am 7. Juni 1921, dem Tag, der von der Behörde zu seiner Ausweisung festgesetzt
worden war. Das Schicksal aller Deutschen in Lothringen nach dem 1. Weltkrieg.
Er fand seine letzte Ruhe auf dem Friedhof von Scy-Chazelles neben dem Grab seiner Gattin, die bereits am 9. September 1916 achtundsechzigjährig verstorben war.
„So ruht er nun in dieser moselländischen Erde, der er sein reiches Erbe hinterlassen hat, dem Land, das er so geliebt hat und nie verlassen wollte.“ (Hilbold, A.u.a;, 2011)

 Sources

  • Personne: "unser Blättsche, September 2011"
    Quellen:
    Hilbold, A., Léonard, G.,
    Schneider, A.: Paul Tornow –
    Auguste Dujardin, Architecte et
    Sculpteur de la Cathédrale de
    Metz et du Temple impérial
    de Courcelles-Chaussy. Leur
    oevre en Moselle. Metz
    2011. – Paul Tornow.
    Wikipedia, 2011. -
    Klein,K.:Familiengeschichte
    Voltmer/Riehm o.J.
    Unveröffentl. MS. - Voltmer, M.:
    Adenauers Leibwächter Birks
    Ausstellung über den
    Baumeister Paul Tornow in
    Metz. Saarbrücker Zeitung,
    Ausg. 2.5.2011


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